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Er warnte vor dem Attentäter: Top-V-Mann „Murat Cem“ sagte vor Untersuchungsausschuss aus

Er warnte vor dem Attentäter : Top-V-Mann „Murat Cem“ sagte vor Untersuchungsausschuss aus

Der Top-V-Mann im Umfeld des islamistischen Attentäters Anis Amri hat vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags ausgesagt. Die Sitzung dauerte nach zweieinhalb Stunden noch an, wie dpa am Montag aus Parlamentskreisen erfuhr.

Inhalte aus der nicht-öffentlichen und lange geheim gehaltenen Zeugenvernehmung wurden zunächst nicht bekannt.

Der Mann mit dem Decknamen „Murat Cem“ wurde audiovisuell von einem unbekannten Ort zugeschaltet. LKA-Beamte sollten seine Identität bestätigen. Der V-Mann des Landeskriminalamts NRW soll als Top-Quelle mehrfach vor Amri gewarnt haben. Behörden in Berlin hatten seine Angaben aber den Erkenntnissen zufolge in Zweifel gezogen.

Der Mann mit dem Decknamen „Murat Cem“ - in den Akten wird er als Vertrauensperson „VP-01“ geführt - war jahrelang ein Top-Informant der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Weil gegen ihn Todesdrohungen der islamistischen Szene kursierten, gilt er als stark gefährdet. Er befindet sich in einem Zeugenschutzprogramm.

Der frühere V-Mann suchte allerdings selbst die Öffentlichkeit. Mehreren „Spiegel“-Reportern berichtete er ausführlich über sein früheres Doppelleben - woraus ein Buch mit dem Titel „Undercover - Ein V-Mann packt aus“ entstand.

Der Untersuchungsausschuss in Düsseldorf beschäftigt sich mit der Aufklärung der Abläufe und Hintergründe des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagenfahrer erschossen und war mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast. Insgesamt tötete er zwölf Menschen. Nach seiner Flucht wurde der Tunesier in Italien von der Polizei erschossen.

(dpa)