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Kollision auf Hahner Straße: Tödlicher Unfall, schlimmer Verdacht

Kollision auf Hahner Straße : Tödlicher Unfall, schlimmer Verdacht

Wer hat am 3. August rund um die Unfallstelle in der Nordeifel einen schwarzen Hyundai und einen silbernen BMW beobachtet? Starb ein achtjähriges Mädchen aus Stolberg in Folge eines verbotenen Autorennens?

Die Aachener Polizei hat am Mittwoch einen weiteren Zeugenaufruf veröffentlicht, und die Tatsache, dass es bezüglich desselben Unfalls schon der zweite Zeugenaufruf ist, lässt erahnen, wie dringlich die Bitte um Hilfe ist. Vergangene Woche Montag, am 3. August, waren zwei Autos auf der Hahner Straße zwischen Simmerath-Lammersdorf und Roetgen-Mulartshütte frontal kollidiert. In der Folge starb ein achtjähriges Mädchen aus Stolberg.

Obwohl die Polizei am Mittwoch erklärte, weiterhin in alle Richtungen zu ermitteln, liegt der Verdacht nahe, dass der Unfall Folge eines verbotenen Autorennens auf der Hahner Straße gewesen sein könnte. Bislang hat die Polizei lediglich diese Fakten mitgeteilt:

Ein schwarzer Hyundai i30 mit orangefarbenen Rennstreifen überholte an diesem Tag gegen 12.45 Uhr von Lammersdorf kommend in einer langgezogenen Linkskurve etwa auf Höhe des Simonsbrander Weges ein vor ihm fahrendes Auto. Kurz vor einem dem Hyundai entgegenkommenden VW scherte der Fahrer des Hyundai wieder auf seine Spur ein. Ein silberfarbener 3er BMW war dem überholenden Hyundai gefolgt und überholte in derselben Linkskurve ebenfalls das vor ihm fahrende Auto. Doch anders als der Fahrer des Hyundai konnte der 19 Jahre alte Fahrer des BMW dem entgegenkommenden VW nicht mehr ausweichen, die beiden Autos kollidierten frontal.

Der 19-jährige BMW-, der 40-jährige VW-Fahrer, seine 32-jährige Beifahrerin und deren ebenfalls im VW sitzende achtjährige Tochter wurden mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Am Freitag, vier Tage nach dem Unfall, teilte die Polizei mit, das Mädchen sei an den Folgen schwerster Verletzungen gestorben.

Wer hat am Montag, 3. August, rund um die Unfallstelle einen schwarzen Hyundai i30 und einen silbernen 3er BMW beobachtet? Foto: grafik

Da zumindest der Verdacht besteht, dass die Fahrer des Hyundai und des BMW sich ein verbotenes Autorennen lieferten, wäre es möglich, dass unbeteiligte Wanderer, Auto- oder Radfahrer schon vor dem Unfall an anderer Stelle im weiteren Bereich der Hahner Straße entsprechende Beobachtungen gemacht haben könnten. „Grundsätzlich alle Personen, die die Hahner Straße an dem betreffenden Montagmorgen/-mittag befahren haben bzw. sich im Nahbereich, also Waldparkplätzen oder Waldwegen, aufgehalten haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die Ermittler sind unter 0241/9577-0 oder 0241/9577-34210 zu erreichen. Der 19-Jährige, der 40-Jährige und die 32-Jährige liegen nach wie vor im Krankenhaus. Weitere Details wollte die Polizei zunächst nicht bekanntgeben.

Verkehrsinfo: Am Donnerstag, 13. August 2020, wird die Hahner Straße kurzfristig wieder zwischen dem Abzweig Rott und der Jägerhausstraße zwischen 11 Uhr und 15 Uhr für weitere Untersuchungen vor Ort gesperrt, teilte die Polizei mit.

Hinweis: Aus Rücksicht auf die Unfallbeteiligten und die Angehörigen haben wir die Kommentarfunktion unter diesem Artikel deaktiviert.