Tödlicher Radunfall in Broichweiden: Fragen offen

Tödlicher Radunfall in Broichweiden : Mahnendes Geisterfahrrad an Knotenpunkt 78

Es ist ein trauriges Mahnmal für einen tödlichen Unfall: Ein weißes Geisterfahrrad steht seit Sonntag am Knotenpunkt 78 der städteregionalen Radverkehrsroute bei Würselen. Noch immer gibt es viele offene Fragen zu dem Unfall, bei dem ein 19-Jähriger starb.

Ein weißes Geisterfahrrad markiert seit Sonntag den Knotenpunkt 78 der städteregionalen Radverkehrsroute. Trauriges Mahnmal für den tödlichen Unfall, der sich in der Nacht zu Samstag an der Kreuzung der Linden-Neusener Endstraße mit dem Wirtschaftsweg ereignet hat, über den die Radroute verläuft. Was wann genau passierte, ist auch am Montag noch Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht bislang, dass ein 19-jähriger Radfahrer von einem silberschwarzen Citroen C5 erfasst wurde.

Offenbar, als er als Rechtsabbieger auf die Endstraße in Richtung Linden-Neusen radeln wollte. Der Autofahrer muss mit hoher Geschwindigkeit aus Richtung St. Jöris gekommen sein und ist nach der Kollision mit dem Fahrrad geflüchtet. Passanten fanden das schwerverletzte und nicht ansprechbare Unfallopfer gegen 1 Uhr morgens. Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos, der junge Mann starb noch an Ort und Stelle.

Abgebrochene Teile des Unfallwagens wurden bis zu 40 Meter im Umkreis verteilt. Darunter die Plastikverkleidung des Kühlergrills und der rechte Außenspiegel. Mindestens eine Scheibe des Fahrzeugs ist bei der Wucht des Aufpralls zu Bruch gegangen.

Das Geisterfahrrad ist ein Mahnmal für den gestorbenen Radfahrer. Foto: Beatrix Oprée

Dringende Zeugenaufrufe in den Medien und Sozialen Netzwerken führten am Sonntag zum Erfolg, ein im Frontbereich stark beschädigter Wagen wurde gemeldet. An der Wohnanschrift des Halters fand die Polizei das vermutlich am Unfall beteiligte Auto. Ob der Halter auch der Fahrer war, ist ebenfalls noch Gegenstand der Ermittlungen, wie Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts auf Nachfrage mitteilt. Die Obduktion hat am Montag den Tod durch den Unfall bestätigt. Mögliche Rückschlüsse, ob der schwerverletzte 19-Jährige überlebt hätte, wenn er sofort medizinische Hilfe bekommen hätte, sind offen.

Fassungslosigkeit herrscht derweil auch in den sozialen Medien: „Wie kann man da einen tödlichen Unfall verursachen??? Plattes Land, man kann ewig weit schauen, kein Verkehr ...“, fragt sich etwa ein User auf der Facebookseite von Critical Mass Aachen, jener Bewegung, die auch in unserer Region durch regelmäßige Aktionen für Radfahrer sensibilisieren will. Und die überall dort, wo ein Radfahrer im Straßenverkehr zu Tode gekommen ist, ein weiß gestrichenes Fahrrad installiert. Die Idee stammt aus den USA, wo 2003 in St. Louis die Ghostbikes aufgestellt wurden, um neben dem Gedenken an die Unfallopfer auch als Hinweis auf mögliche Gefahrensituationen zu dienen.

Foto: Grafik

Andere User auf der Critical-Mass-Seite weisen denn auch auf die fehlende Beleuchtung auf der Unfallroute hin und dass der kreuzende Wirtschaftsweg nur schwer einzusehen sei. In der Tat stehen an der Einmündung des Feldwegs, aus dem der Radfahrer gekommen sein muss, zwei massive Transformatoren.

Auch das teils sehr hohe Tempo auf dieser Strecke wird beklagt. Und dass hier auf Radfahrer oft keine Rücksicht genommen werde. Das besagte Teilstück der Endstraße befindet sich außerhalb der geschlossenen Ortschaft, will heißen: Auch wenn die Fahrbahn schmal und voller Schlaglöcher ist, den Anschein eines geteerten Feldwegs hat und überdies zur Radwegeroute gehört, darf hier mit Tempo 100 gefahren werden, wie die Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

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