Düsseldorf: Tödlicher Disco-Streit: Tatverdächtiger in U-Haft

Düsseldorf: Tödlicher Disco-Streit: Tatverdächtiger in U-Haft

Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines 24-jährigen Mannes an der Königsallee in Düsseldorf hat die Polizei einen von drei Tatverdächtigen gefasst.

Das teilte die Mordkommission am Sonntag auf einer Pressekonferenz mit. Demnach soll das spätere Opfer nach einem Diskothekenbesuch am frühen Samstagmorgen von einer dreiköpfigen Gruppe verfolgt und gegen eine Schaufensterscheibe geschubst worden sein. Die Scheibe zerbrach, der zweifache Familienvater starb an massiven Schnittverletzungen am Hals.

Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich um einen 23-jährigen Düsseldorfer. Der Tatverdächtige hat laut Polizei bereits eingeräumt, an dem Vorfall beteiligt gewesen zu sein. Er habe gestanden, das spätere Opfer in die Schaufensterscheibe gestoßen zu haben, sagte der Leiter der Mordkommission, Wolfgang Siegmund.

Der Mann sei mit dem Kopf voraus in die Scheibe geprallt. Trotz massiver Schnittverletzungen habe er sich noch stark blutend zurück zur Diskothek schleppen können, hier sei er letztlich zusammengebrochen. Ein Notarzt habe ihn zunächst noch reanimieren können, später sei er in einer Spezialklinik verstorben.

Die drei Tatverdächtigen flüchteten zunächst. Durch die Aufnahmen von Überwachungskameras und mit Hilfe von Zeugen habe man den jetzt gefassten Mann ermitteln und in seiner Wohnung festnehmen können. Hier habe man auch blutverschmierte Kleidung sichergestellt, so Siegmund weiter.

Seine beiden Begleiter sind noch flüchtig. Es handelt sich laut Polizei um zwei junge Männer aus dem „Umfeld von Düsseldorf”. Weitere Angaben zu den beiden Gesuchten wollten die Ermittler nicht machen. Motiv für Streit noch unklar

Der Hintergrund des Streits vor der Diskothek ist nach Angaben der Mordkommission noch unklar. So soll es zwischen dem späteren Opfer und den drei Tatverdächtigen schon in dem Tanzlokal einen „Tumult” gegeben haben, dieser sei aber nach kurzer Zeit geschlichtet worden. Vor der Disco seien die Beteiligten dann erneut aufeinandergetroffen.

Gegen den festgenommenen 23-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge erlassen. Der Mann sei bereits wegen Körperverletzungsdelikten vorbestraft, sagte Staatsanwalt Matthias Ridder. Jetzt müsse er mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen. Ob er zum Zeitpunkt der Tat unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden hat, konnte die Polizei nicht sagen.

Alle Beteiligte hatten in der Diskothek auf der Königsallee an einer sogenannten „Flatrate”-Party teilgenommen. Bis 3.00 Uhr seien laut Polizei alle Getränke frei gewesen.