Nach Südtiroler Unfallfahrt: Todesopfer nach Deutschland gebracht

Nach Südtiroler Unfallfahrt : Todesopfer nach Deutschland gebracht

Die Leichen von sechs jungen Menschen, die bei dem schweren Verkehrsunfall von Südtirol starben, sind nach Deutschland gebracht worden. Die meisten Opfer stammen aus NRW. Der Unfallfahrer sitzt weiter in Untersuchungshaft.

Die Todesopfer seien am Mittwoch vom Krankenhaus in Bruneck überstellt worden, sagte der Sprecher des Südtiroler Sanitätsbetriebes am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Eine Frau, das siebte Todesopfer, war im Krankenhaus von Innsbruck in Österreich gestorben.

Derzeit seien noch zwei der Verletzten im Krankenhaus in Südtirol, so der Sprecher. Einer sei immer noch in kritischem Zustand, der andere auf dem Weg der Besserung. Auch in Innsbruck liegt noch ein Verletzter, dem es aber mittlerweile besser gehe und der vermutlich bald entlassen werden könnte.

Der Unfallfahrer bleibt weiter in Haft. Das ergebe sich aus der Schwere des Unfalls mit sieben Toten, sagte Richter Emilio Schönsberg vom Landesgericht Bozen. Die Anwälte des 27 Jahre alten Südtirolers hätten keinen Antrag auf Hausarrest gestellt.

Der Fahrer hatte zuvor laut Anwalt eingeräumt, zu viel getrunken zu haben und das Unglück zu bereuen. „Er ist am Boden zerstört“, sagte sein Anwalt Alessandro Tonon. Das Verhör hätte unterbrochen werden müssen, weil der psychische Zustand seines Mandanten so schlecht sei.

Bei dem Unfall in dem Ort Luttach kamen am Sonntag sieben junge deutsche Skiurlauber ums Leben. Der Beschuldigte hatte nach Angaben der Polizei fast 2 Promille Alkohol im Blut. Dem 27-Jährigen wird mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Zum derzeitigen Gesundheitszustand des Fahrers machte der Richter keine Angaben. Er sei mehrmals aus Verzweiflung in Tränen ausgebrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Anwälte.

Diese gingen davon aus, dass es besser sei, den Mann wegen seines fragilen Gesundheitszustandes in Haft statt in Hausarrest unterzubringen. Anwalt Tonon konnte auf Nachfrage nicht bestätigten, dass der Fahrer wegen Suizidgefahr rund um die Uhr Beruhigungsmittel bekomme.

Ermittelt werden muss unter anderem, wie schnell der Mann unterwegs war, als er die Reisegruppe erfasste. Offiziell wurde die Identität der Toten bisher nicht bekannt gemacht. Die meisten stammen aus Nordrhein-Westfalen.

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(dpa)