Aachen: Time to Talk: Ziele noch lange nicht aufgegeben

Aachen: Time to Talk: Ziele noch lange nicht aufgegeben

Die nette Serie von „Time 2 Talk” ist dahin. Bislang hatte die Alemannia am Spieltag vor der Gesprächsrunde der „Nachrichten” nie verloren, „aber Montag hat´s ordentlich gerappelt im Karton”. Damit meinte Moderator Bernd Büttgens natürlich die 0:5-Pleite im Tivoli-Eröffnungsspiel gegen den FC St. Pauli.

Hinzu kam der schlimme Unfall eines Gästefans, so dass es „vielen heute vielleicht nicht so leicht wie üblich gefallen ist, zu Time 2 Talk zu kommen”, so Büttgens.

Dennoch war der Saalbau Kappertz im Aachener Stadtteil Rothe Erde am Mittwochabend wieder komplett gefüllt. Und auch die Alemannen selbst stellten sich in Person von Geschäftsführer Frithjof Kraemer, Trainer Jürgen Seeberger, Sportdirektor Andreas Bornemann sowie mit den Spielern Cristian Fiel und Thorsten Burkhardt den Fragen des Moderatorenduos Achim Kaiser und Bernd Büttgens.

„Mit maximalem Einsatz”

„Wir haben mit maximalem Einsatz auf das neue Stadion hingearbeitet”, sagte Frithjof Kraemer rückblickend auf die so unglücklich verlaufene Stadioneröffnung.

Und dafür, dass das Stadion ohne Generalprobe eröffnet worden sei, sei es sogar außerordentlich gut gelaufen. „Aber dann kam die sportliche Pleite und auch noch der Unglücksfall”, seufzte Kraemer, „das hatten wir uns wirklich anders vorgestellt.”

Zwar sei der Alemannia anschließend von allen Behörden bestätigt worden, „dass wir alles so gemacht haben, wie es sein soll”, so der Geschäftsführer, „aber das ist natürlich ein schwacher Trost.”

Derzeit arbeite man daran, den Gästeblock noch sicherer zu machen - eventuell mit einer durchgehenden Plexiglasscheibe -, dabei habe man beim Bau des Stadions bewusst darauf verzichtet, um von der Vorverurteilung der Fußballfans, die man quasi einsperren müsse, wegzukommen. „Das ist jammerschade.”

Aber Kraemers Blick geht auch nach vorn und so forderte er die „Time 2 Talk”-Gäste auf, beim nächsten Heimspiel gegen den FSV Frankfurt wiederzukommen, um anschließend „gemeinsam ein Siegerbierchen und kein Frustbierchen zu trinken”.

Das ist sicher auch ganz im Sinne der sportlichen Leitung. Denn auch Sportdirektor Andreas Borneman blickte wehmütig auf das 0:5 gegen St. Pauli zurück.

„Wir haben leider die Großchancen nicht reingemacht, sonst wäre das Spiel vielleicht zu einem Selbstläufer geworden mit der Euphorie der Zuschauer.” Doch nach dem 0:1 habe man den Faden verloren, so dass das Spiel eher für den Gegner zu einem Selbstläufer geworden sei.

Das sieht auch Trainer Jürgen Seeberger so, denn zu den individuellen Fehlern sei der Druck durch die Partystimmung zur Stadioneröffnung hinzugekommen: „Die Spieler sind ja auch die Stadt gelaufen und haben die Euphorie mitbekommen, daher hatten sie offenbar im Hinterkopf, dass jeder Fehler die Musik bei der Party abstellen könnte.”

Daher sei dieses Spiel für ihn nicht mit anderen Niederlagen vergleichbar. Und aus dieser Tatsache schöpft der 44-Jährige auch Mut für das kommende Auswärtsspiel in Kaiserslautern. „Wir haben gegen St. Pauli die volle Breitseite bekommen, aber ich hoffe, dass das Erlebnis heilende Wirkung hatte.”

Das sind die Spieler Cristian Fiel und Thorsten Burkhardt jedenfalls überzeugt. Denn der Neuzugang aus Greuther Fürth hat auch nach der 0:5-Pleite seine Ziele noch lange nicht aufgegeben.

„Ich denke, dass die Mannschaft oben mitspielen kann und dabei möchte ich so gut es geht mithelfen - am liebsten natürlich immer in der Startelf”, sagte der 28-Jährige. Und Fiel ist froh, dass nun „mit dem 1.FC Kaiserslautern ein starker Gegner auf dem Programm steht, dann können wir zeigen, dass wir Eier in der Hose haben”.

Diesen markigen Spruch verband der 29-Jährige natürlich mit einer Entschuldigung an die zahlreich anwesenden Damen im Saalbau Kappertz. Schließlich ist der Mannschaftskapitän am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal Vater geworden, wofür ihm der komplette Saal mit einem großen Applaus gratulierte. Und das, „das hat gut getan”.