Umstrittener Reaktor Tihange 2 geht wieder ans Netz

Nach monatelangen Reparaturarbeiten : Umstrittener Reaktor Tihange 2 geht wieder ans Netz

Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC hat das Wiederanfahren des umstrittenen belgischen Meilers Tihange 2 gestattet. Die Reparaturarbeiten seien zufriedenstellend, teilte die Kontrollbehörde am Dienstag mit. Der Reaktor werde in den kommenden Tagen wieder ans Netz gehen.

In einem Nebengebäude des Kernkraft-Reaktors waren im vorigen September anlässlich einer geplanten Routine-Untersuchung Probleme im Beton aufgefallen. Daraufhin hatte die Fanc Engie-Electrabel den Betrieb des Meilers untersagt. Der Akw-Betreiber führte die Probleme des maroden Betons schon im Herbst darauf zurück, dass „in den Nebengebäuden extrem heißer Dampf entweicht", wie Engie-Electrabel-Sprecherin Anne-Sophe Hugé uns damals sagte.

Diese Vermutung bestätigt die Fanc nun. Weil außerdem weitere Fehlstellungen in dem Gebäude aufgefallen waren, dauerten die Reparaturarbeiten länger an. Engie-Electrabel hat eine Dach-Struktur über das Nebengebäude, in dem sich wichtige Sicherheitssysteme befinden, errichten lassen.

Die Fanc gibt nun ihr grünes Licht für das Wiederanfahren des Meilers. Die Atomaufsichtsbehörde habe die Arbeiten sehr nah verfolgt. Tihange 2 erfülle alle Sicherheitsanforderungen, heißt es in der Mitteilung von Dienstag.

Der Meiler steht insbesondere in Deutschland seit Jahren in der Kritik, weil sich im Reaktordruckbehälter Tausende Mikro-Risse befinden. Die Fanc sieht die Sicherheit des Meilers wegen dieser Wasserstoffbläschen im Stahl allerdings nicht als gefährdet an.

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