Belgische Meiler: Neuer Engie-Vorstandschef will längere AKW-Laufzeit

Belgische Meiler : Neuer Engie-Vorstandschef will längere AKW-Laufzeit

Der neue Vorstandschef des AKW-Betreibers Engie-Electrabel, Johnny Thijs, plädiert für eine Laufzeitverlängerung der belgischen Meiler. Genauer: Eine um 20 Jahre verlängerte Laufzeit von drei der sieben belgischen Atommeiler in Tihange und Doel sei sinnvoll.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Le Soir“ sagte der neue starke Mann des Konzerns, dass eine Investition in Höhe von 1,3 Milliarden Euro notwendig sei, weil sich Sicherheitsstandards änderten. Er gebe alles, um die Regierung optimal zu informieren.

Längere AKW-Laufzeiten könnten helfen, um den CO2-Ausstoß zu verringern, niedrige Strompreise zu halten und einer Versorgungsknappheit, vor der Belgien ja immer wieder Angst hat, zu entgehen. „Ich glaube, dass mein Dossier wirklich nicht schlecht ist“, sagte er selbstbewusst. Experten glauben, dass für eine Verlängerung nur die Meiler Tihange 1 und 3 und Doel 4 in Frage kämen – nicht jedoch die umstrittenen „Riss-Reaktoren“ Tihange 2 und Doel 3.

Vor Jahren hatte bereits der Leiter des umstrittenen AKW Tihange gegenüber unserer Zeitung eine immerhin um zehn Jahre längere Laufzeit für die belgischen Meiler gefördert. Thijs hält solch eine kurze Laufzeitverlängerung aber kaum für sinnvoll, heißt es in „Le Soir“. Auch in der Politik wird immer wieder mehr oder weniger laut darüber nachgedacht, den eigentlich für 2025 angepeilte Ausstieg aus der Kernkraft zu verschieben.

Unterdessen ist Tihange 2 seit Sonntagabend abgeschaltet. Das teilte Betreiber Engie-Electrabel mit. Grund ist demnach ein Problem mit einer Pumpe. Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc betonte aber, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Der Meiler wird voraussichtlich zwei Wochen lang nicht am Netz sein.