Tihange: Feuer auf Akw-Gelände in Tihange: 30 Autos brennen

Tihange : Feuer auf Akw-Gelände in Tihange: 30 Autos brennen

Dunkle Rauchwolken über Tihange: Am Donnerstagmorgen hat es auf dem Parkplatz des umstrittenen belgischen Atommeilers Tihange 2 gebrannt. „Ein Auto stand in Flammen“, sagte Anne-Sophie Hugé unserer Zeitung, Sprecherin des Betreibers Engie-Electrabel. Das Feuer habe auf weitere Autos übergegriffen. Rund 30 Autos hätten schlussendlich gebrannt, berichten Augenzeugen in belgischen Medien.

Auch Engie bestätigt, dass mindestens ein Dutzend Autos gebrannt hätten. Der Rauch sei über mehrere Kilometer zu sehen gewesen.

„Die Bilder waren dramatisch, aber es hat zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden“, sagte Hugé. Das Feuer konnte demnach zunächst von Engie-Feuerwehrleuten und anschließend von der örtlichen Feuerwehr gelöscht werden. Außerdem liege der Parkplatz 2 von Tihange im nicht-technischen Bereich. Der nukleare Bereich sei zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd betroffen gewesen. Die Ursache für den Brand war am Donnerstag noch unklar, sagte Hugé. Ob Feuer gelegt wurde, könne man nicht sagen, erklärte die Sprecherin weiter. „Das müssen jetzt die Experten bewerten.“ Die Ermittlungen laufen.

Immer wieder stellt sich die Frage, wie sicher das Kernkraftwerk ist — ganz abgesehen von den Haarrissen im Meiler 2. Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC hatte vor Jahren moniert, dass Tihange und Doel nicht ausreichend vor Naturkatastrophen oder Terrorangriffen geschützt seien. Die Anlagen seien nicht unsicher — nur noch nicht sicher genug, sagte die FANC im Mai 2017. Engie arbeite daran, eine umfassende Sicherheitskultur zu etablieren.

Tatsächlich stand der Betreiber der Kernkraftwerke mehrfach in der Kritik. Im März 2016 war etwa bekannt geworden, dass belgische Akw im Visier der Terrorzelle waren, die am 22.März 2016 das Attentat auf den Brüsseler Flughafen verübt hatte. Damals verloren auch mehrere Tihange-Mitarbeiter ihre Zugangsberechtigung. Außerdem monierte Greenpeace, dass die Abklingbecken nicht ausreichend vor einem Terrorangriff geschützt seien. Seit dem Attentat gilt in Belgien eine erhöhte Sicherheitsstufe. Tihange und Doel werden seitdem rund um die Uhr von Soldaten bewacht. Das Unternehmen sei auf Angriffe vorbereitet: Es gebe rund um die Akw Zäune, Kameras, Metalldetektoren, und 120 Wachleute und Soldaten schützten die Standorte, erklärte Engie-Manager Thierry Saegeman zuletzt gegenüber unserer Zeitung.

Engie hat seine Hausaufgaben aber offenbar gemacht. Seit 2011 habe es zufriedenstellende Verbesserungen gegeben, wie die FANC in einem neuen Sicherheitsbericht mitteilt. Seit Ende 2017 seien alle Vorkehrungen für den Fall eines kompletten Stromausfalls getroffen worden. Die Akw seien außerdem gegen Naturkatastrophen wie Hochwasser und Erdbeben gesichert. Neue Lüftungssysteme seien ebenfalls eingebaut worden, erklärt die FANC. „Mehr als 98 Prozent der Anforderungen werden von Engie erfüllt.“

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