Kernkraftwerke in Tihange und Doel: Fanc prüft mögliche Laufzeitverlängerung

Kernkraftwerke in Tihange und Doel: Fanc prüft mögliche Laufzeitverlängerung

Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc prüft, ob es möglich ist, die Laufzeiten der beiden Kernkraftwerke in Tihange und Doel zu verlängern. Das bestätigte Fanc-Sprecher Cédric van Caloen auf Anfrage unserer Zeitung.

Natürlich sehe das Gesetz den Atomausstieg für das Jahr 2025 vor, deshalb gehe es um die theoretische Möglichkeit von Laufzeitverlängerungen. „Belgien muss für alle möglichen Szenarien vorbereitet sein“, sagte van Caloen.

Gesetze lassen sich schließlich ändern. Ob Belgien 2025 wirklich aus der Kernkraft aussteigt, ist eine politische Entscheidung. Aus der Wirtschaft und von Politikern aus Belgien gibt es immer wieder den Einwand, Belgien könne sich 2025 noch nicht autark mit Energie versorgen. Auf solche Aussagen reagiere man nicht, betonte van Caloen. Schließlich sei man unabhängig von der Politik. Es gehe der Fanc einfach darum, die Sicherheit der Akw zu prüfen und zu garantieren.

Unter anderem würden die Stresstests, die nach Fukushima eingeführt wurden, verlängert. „Die Sicherheitsmaßnahmen müssen verbessert werden“, sagte van Caloen außerdem. Die Sicherheitsanforderungen an Tihange und Doel hätten sich erhöht. Die Anlagen müssten besser gegen Erdbeben oder Terror-Attacken geschützt sein.

Verlängerte Laufzeiten für die belgischen Meiler insbesondere für Tihange wären ein Alptraum vieler Menschen in NRW und besonders der Grenzregion. Der alte und der neue Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Tim Grüttemeier (beide CDU) waren am Mittwoch im Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Grüttemeier forderte, Belgien müsse Dokumente, die einen Sicherheitsnachweis von Tihange 2 liefern, vorlegen. Die Petition richtet sich gegen das Wiederanfahren des Meilers. Und obwohl die Vorlage des Ausschusses laut Städteregionssprecher Detlef Funken ursprünglich vorsah, die Petition zu schließen, also nicht weiter zu behandeln, kam es anders.

Pál Csáky, der den Vorsitz des Ausschusses innehatte, sagte zu, die Petition der Grenzregion gegen Tihange weiterhin zu unterstützen und deshalb weiter zu verfolgen. Zudem gab es demnach die konkrete Zusage, sowohl an die EU-Kommission als auch an das Königreich Belgien Schreiben zu verfassen, in denen weitere Informationen gezielt zu Tihange 2 angefordert werden. Die Petition wurde 2016 eingereicht und von hundert Kommunen in drei Staaten unterstützt.

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