Tihange: SPD-Abgeordnete machen Druck wegen Engie-Aktien

Aachen/Berlin: SPD-Abgeordnete machen Druck wegen Engie-Aktien

Die SPD-Bundestagsabgeordneten aus unserer Region, Ulla Schmidt (Aachen), Dietmar Nietan (Düren) und Claudia Moll (Kreis Aachen), fordern die sofortige Beendigung der staatlichen Beteiligungen des Bundes an Engie-Electrabel.

Zuvor hatte unsere Zeitung aufgedeckt, dass der Bund noch mehr Aktien des Betreibers der umstrittenen Pannenmeiler Tihange 2 und Doel 3 hält. Über den Pensionsfonds ist der Bund über nunmehr 21,5 Millionen Euro an Engie-Electrabel beteiligt.

Schmidt, Nietan, Moll teilten am Donnerstag mit, dass sie ein gemeinsames Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verfasst hat. Darin dringen sie auf kurzfristige Aufklärung zum weiteren Vorgehen und kritisieren eine Schwächung der deutschen Verhandlungsposition, wie es weiter hieß.

„Es darf nicht sein, dass die Bundesumweltministerin von der SPD auf der einen Seite, ebenso wie wir, immer wieder auf die Abschaltung von Tihange 2 drängt und gleichzeitig das CDU-geführte Innenministerium über Monate hinweg nicht imstande ist, seine Beteiligungen an eben jenem Kraftwerk zu veräußern. Eine glaubwürdige und kraftvolle Verhandlungsposition ist so jedenfalls nicht gewährleistet", hieß es in dem Brief.

Unterdessen wurde klar, dass das Feuer auf einem Tihange-Parkplatz von Mitte März ein Unfall war. Das teilten die belgischen Ermittler laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga mit. Rund 30 Autos hatten gebrannt. Das Feuer war von einem BMW, der Wagen eines Engie-Electrabel-Angestellten, ausgegangen und war dann übergegriffen.

Engie-Sprecherin Anne-Sophie Hugé hatte gegenüber unserer Zeitung damals erklärt, dass sie über dem Firmenparkplatz ein Plastikdach befinde, unter dem sich das Feuer ausgebreitet hatte. Die endgültigen Ergebnisse der Ermittler sollen Ende April vorliegen.

(mgu)
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