Tierschutz: Tierheime legen Vermittlungsstopp über Weihnachten ein

Tierschutz : Tierheime legen Vermittlungsstopp über Weihnachten ein

Sicher ist sicher: Die Tierheime lehnen es ab, ihre oft vierbeinigen Schützlinge rund um Weihnachten an mögliche neue Besitzer zu vermitteln. Denn die Freude über die Tiere ist oft nur von kurzer Dauer.

Viele Tierheime in Nordrhein-Westfalen legen in der Weihnachtszeit einen Vermittlungsstopp ein. Der Landestierschutzverband NRW empfiehlt dies den etwa 80 dort organisierten Tierheimen. Denn Hund, Katze und Co sollen nicht als Weihnachtsgeschenk unter dem Baum landen, ohne dass sich die Neu-Besitzer gut vorbereitet haben.

„Ein Tier als Geschenk ist keine gute Idee. Denn auch sie haben einen Charakter, der zu dem des Herrchens passen muss“, sagt Elke Sans, Katzenrevierleiterin in einem Kölner Tierheim. Dort werden zwischen 17. Dezember und 3. Januar keine Tiere vermittelt. Danach - so habe es sich im Laufe der Jahre bewährt - sei der große Weihnachtsrausch vorbei. Der Alltag beginne wieder und die Entscheidung, ob man ein Tier adoptieren möchte, werde vernünftiger abgewogen. Denn man merke später im Jahr - etwa vor Pfingsten, wenn die Urlaubszeit beginne - dass dann mehr Tiere zurückgegeben werden. Viele dieser Tiere könnten Weihnachtsgeschenke gewesen sein.

Im Tierheim Düsseldorf gibt es so einen Vermittlungsstopp nicht - Tiere als Weihnachtsgeschenke werden hier trotzdem nicht geduldet. „Unsere Mitarbeiter wissen, welche Fragen sie stellen müssen, um herauszufinden, wie gut jemand vorbereitet ist“, sagt Katrin Haas, Assistentin der Geschäftsführung, die lange selbst im Tierheim im Einsatz war. Stelle sich heraus, dass das Tier ein Geschenk sein soll, werden Interessierte schon mal weggeschickt. „Wir versuchen aber immer, die Leute zu informieren und ihnen Ratschläge zu geben, wie sie sich besser vorbereiten können“, sagt Haas. Denn sie könnten ja, wenn sie abgelehnt werden, auch in die nächste Tierhandlung gehen.

Überlegt man doch, ein Tier zu adoptieren, empfiehlt Ralf Unna, Vizepräsident des Landestierschutzverbandes NRW, an Weihnachten vorerst auf Zubehör wie Käfig oder Spielzeug zurückzugreifen. „Dann hat man etwas, das man unter den Baum legen kann - die Entscheidung über das Tier kann man aber danach in Ruhe treffen“, sagt er.

(dpa)
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