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Landtagswahl in NRW: Thomas Kutschaty – ein Kämpfer auch in schlechten Zeiten

Landtagswahl in NRW : Thomas Kutschaty – ein Kämpfer auch in schlechten Zeiten

Die SPD hat es Thomas Kutschaty nicht leicht gemacht. Aber der Herzblut-Sozialdemokrat aus einfachen Verhältnissen hat gelernt zu kämpfen. Dennoch hat er sein höchstes Ziel bisher nicht erreicht.

Gegen alle Widerstände hat sich Thomas Kutschaty an die Spitze der Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen gekämpft. Doch sein großes Ziel, die SPD in ihrem einstigen Stammland wieder zu früheren Erfolgen zu führen, erreichte der 53 Jahre alte Rechtsanwalt aus dem Ruhrgebiet nicht. Aufgeben aber will der aus einer Eisenbahnerfamilie stammende Essener nie. Obwohl die SPD so schlecht wie nie zuvor bei einer Landtagswahl in NRW abgeschnitten hat und deutlich hinter der CDU liegt, hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, noch Ministerpräsident zu werden.

Im privaten und im politischen Leben ist Thomas Kutschaty der Aufstieg nicht in die Hände gefallen. Nach der Abwahl der SPD und ihrer damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 2017 hatte die Parteispitze den damaligen Justizminister und Volljuristen beim personellen Neuanfang übergangen. Kutschaty sicherte sich aber in einer Kampfabstimmung erst den Fraktionsvorsitz im Landtag und 2021 auch den Machtkampf um den Parteivorsitz für sich.

Kämpfen für bessere Chancen – das hat Kutschaty schon in seiner Jugend gelernt. Aufgewachsen in einer beengten Sozialwohnung machte Kutschaty als erster in der Familie Abitur und durfte studieren. Seiner Geburtsstadt Essen und dem Ruhrgebiet blieb der dreifache Familienvater immer treu. In Essen begann seine politische Karriere bei den Jusos, in Bochum studierte er Jura, in einem Haus in einer Essener Zechensiedlung lebt Kutschaty heute mit seiner Familie.

Zwar profilierte sich Kutschaty als scharfzüngiger Oppositionsführer im Landtag, doch vielen Menschen war der nicht groß gewachsene Politiker bisher kaum bekannt. Seit 2005 gehört Kutschaty dem Landtag an und gewann stets sein Direktmandat in Essen. Von 2010 bis 2017 war er Justizminister im Kabinett Kraft.

Kutschaty scheute als Gegner der großen Koalition in Berlin auch nicht den Streit mit der Bundes-SPD, deren stellvertretender Vorsitzender er inzwischen ist. Die Herkunft prägt auch Kutschatys politische Ziele: Er tritt für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit ein.

(dpa)