Düsseldorf: Theater: Kölns Schauspiel wieder Spitzenreiter bei NRW-Kritikern

Düsseldorf: Theater: Kölns Schauspiel wieder Spitzenreiter bei NRW-Kritikern

Wieder Lorbeer für das Schauspiel Köln: Für die Theaterkritiker ist das Haus unter Erfolgsintendantin Karin Beier erneut der unangefochtene Spitzenreiter der Saison in Nordrhein-Westfalen.

Sieben von acht Kritikern gaben der Kölner Bühne, die auch bundesweit „Theater des Jahres” ist, ihre Stimme. Das ergab eine Umfrage der NRW-Ausgabe der „Welt am Sonntag”. Einen Achtungserfolg erzielte das Schauspiel Dortmund, dem ein „grandioser Start” unter dem neuen Intendanten Kay Voges bescheinigt wurde.

Einstimmig wurde Beiers Inszenierung von Elfriede Jelineks Katastrophen-Trilogie „Das Werk/Im Bus/Ein Sturz” zur besten Inszenierung eines Nachkriegsstücks gekürt. Bei älteren Werken dominierte Henrik Ibsens „Nora oder ein Puppenhaus” am Theater Oberhausen in der Regie von Herbert Fritsch.

Auch Katie Mitchells Inszenierung des Virginia Woolf-Stücks „Die Wellen” sowie Karin Henkels Version von Tschechows „Kirschgarten” heimsten Lorbeer ein - beide Stücke werden ebenfalls in Köln gespielt. Die mit Lob überhäufte Intendantin Beier verlässt Köln allerdings und wird zur Spielzeit 2013/2014 am Hamburger Schauspielhaus beginnen.

Manja Kuhl als „Nora” in Oberhausen beeindruckte die Kritiker als beste Nachwuchskünstlerin, Aufmerksamkeit zog auch Schauspieler Dimitrij Schaad vom Schauspiel Bochum auf sich.

Auf der Negativseite verbuchen die Kritiker unter der Rubrik „Zitrone des Jahres„ vor allem den „fahrlässigen” Umgang der Stadt Köln mit der scheidenden Intendantin Beier sowie den Umgang der Bonner Kommunalpolitik mit Theater und Oper. Die Kritiker äußerten sich auch zur Theater-Qualität abseits von Köln. „Zu viele schlechte Inszenierungen” heißt es da, oder auch: „Außer Hilferufen aus Theatern ist wenig zu vernehmen.”