Aachen: Testlauf an der ersten Station der „Route Charlemagne”

Aachen: Testlauf an der ersten Station der „Route Charlemagne”

Die erste Station der „Route Charlemagne” ist seit Ende Juni fertig. Das Euregionale-2008-Projekt soll künftig verschiedene Aachener Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden, die mit einem Stadtführer, einer Broschüre oder einem Audio-Video-Guide, dem „Aixplorer”, abgelaufen werden können.

Das Rathaus, die erste Station, sollte eigentlich schon Ende Mai fertig sein, mit rund einem Monat Verspätung ist die Station samt neuer Technik dann an den Start gegangen. Zunächst noch mit Kinderkrankheiten.

Bei der groß angekündigten Station „Corona”, bei der man Gesprächen während eines Krönungsmahls lauschen kann, indem man durch den Saal geht, haperte es am meisten.

Aus dem Hintergrundgebrabbel und Geschirrgeklapper hebt sich normalerweise, je nach Standpunkt des Hörers, ein Gespräch deutlich ab.

Im Test funktionierte das trotz Neustart des Gerätes nicht. Wenn mehr als zehn Leute im Raum seien, hätten die Sender Probleme, hieß es. Inzwischen sei die Ursache gefunden und das Problem gelöst, sagte der Sprecher der Stadt Aachen, Hans Poth. Nichtsdestotrotz gebe es immer mal wieder kleinere technische Schwierigkeiten.

Der Clou des Guides besteht darin, dass er im Rathaus über Wireless-Lan angepeilt wird (später draußen über GPS) und so „erkennt”, wo er sich befindet.

Er zeigt auf der Oberfläche beispielsweise „Weißer Saal” an und darunter ein Informationsangebot. Nicht nur zum Raum selbst, sondern zum Beispiel auch zur Bäderstadt Aachen.

Allerdings kann der Audio-Video-Führer auch schon mal die Orientierung verlieren, so geschehen zwischen Weißem und Rotem Saal. Nicht weiter dramatisch, mit ein bisschen Bewegung sortiert sich das Gerät neu.

Das Menü ist übersichtlich, „Pause” und „Play” sind die einzigen Wahlmöglichkeiten beim Abspielen eines Beitrags - wenn, ja, wenn das Gerät den Befehl dann auch annimmt.

Zaghaftes Tippen wie beim Navi zeigt keine Wirkung, am besten drückt man mit der Fingerkuppe fest auf die Fläche.

Rund anderthalb Stunden Zeit sollten Besucher des Rathauses mindestens mitbringen, wenn sie sich nicht nur die durchweg sehr interessanten Beiträge des Guides anhören/-sehen wollen, sondern beispielsweise auch am Informationspunkt zu Karlspreisträgern haltmachen wollen.

Ebenfalls einen Aufenhalt wert ist die Station im Werkmeistergericht zum Thema „Aachen im Zweiten Weltkrieg” oder ein interaktiver Tisch zum Aachener Frieden von 1748.

Bei letzterem sind allerdings gute Augen gefragt, die Projektion auf der Tischoberfläche ist etwas kontrastarm und teilweise verschwommen.

In der erste Woche gab es 25 „Aixplorer”, was unter der Woche auch ausreichte, am Wochenende wurden die Geräte aufgrund des Besucheransturms nicht im Foyer gegen das Pfand Personalausweis ausgeliehen, sondern direkt in den Räumen von den Helfern angeboten.

100 Guides sind es laut Jutta Bachem von der Pressestelle der Stadt Aachen jetzt.

Zwölf Stationen (Katschhof, Dom, Domschatzkammer, Haus Löwenstein, Rathaus, Couven-Museum, Internationales Zeitungsmuseum, Grashaus, RWTH Aachen, Elisenbrunnen, Euregiopark und St. Paul) sollen es einmal werden.

Die nächsten, die fertig werden sollen, sind der Elisengarten im Herbst (ab Sommer 2010 dann mit archäologischem Fenster, mit Blick auf Ausgrabungen) und das Zeitungsmuseum im Sommer 2010. Bis 2013 soll die gesamte Route für 35 Millionen Euro stehen.

Infos zur Route sind im Aachener Rathaus und an der Infostelle Haus Löwenstein, Markt 39, erhältlich. Die Infostelle ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und unter 0241/432-4994 erreichbar. Eintritt ins Rathaus kostet bislang noch 2,50 Euro, soll aber bald auf fünf Euro erhöht werden. Die Ausleihe des „Aixplorer”-Guides ist kostenlos.

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