Aachen/Düsseldorf: Technik-Panne: Seit April kein Lohn

Aachen/Düsseldorf: Technik-Panne: Seit April kein Lohn

Tausende studentische Hilfskräfte in Nordrhein-Westfalen warten seit April auf ihren Lohn, weil das Landesamt für Besoldung (LBV) technisch überfordert ist. Die gute Nachricht: Die RWTH Aachen streckt allen Bedürftigen 80 Prozent des ausstehenden Salärs vor.

Ausgerechnet im April, als mit Beginn des Sommersemesters die Laufzeiten der neuen Verträge begannen, hatte das LBV sowohl die Software seines Besoldungs-Systems umgestellt als auch das Verfahren, mit dem die Hochschulen die zu entlohnenden studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte beim LBV anmelden. Eigentlich wäre das kein Problem gewesen, sagt Behördensprecherin Claudia Wolf. Doch sei man vorher nicht darüber informiert worden, dass diesmal gut 19 000 statt der üblichen höchstens 13 000 Fälle auf das Amt zukämen.

Derzeit warten in NRW noch rund 5500 Betroffene auf ihre Zahlung für April und 4100 auf die für Mai. „Die Fälle werden sukzessive abgearbeitet. Die im April neu- und wiedereingestellten Hilfskräfte werden im laufenden Monat Juni erledigt“, so, mit etwas unfreiwilliger Ironie, die Sprecherin. Zuvor könnten Abschlagszahlungen in Anspruch genommen werden.Wie viele Studierende sich beschwert haben, ist nicht zu beziffern. Beklagt wird jedenfalls, dass es schwierig sei, beim LBV telefonisch durchzukommen („wählen Sie die …. “) und auf E-Mails eine Antwort zu erhalten.

RWTH hat Problem gelöst

Kein Problem ist das inzwischen offenbar bei der RWTH. Wer „vorab“ Geld braucht, erhält ohne Prüfung sofort einen Abschlag in Höhe von 80 Prozent seines ausstehenden Lohnes. „In Notfällen zahlen wir aus“, sagt René Luchte, Abteilung Personalangelegenheiten, „das ist unsere Botschaft“. Mehr als 100 Betroffene haben bislang davon Gebrauch gemacht. Insgesamt beschäftigt die RWTH rund 5000 studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte, theoretisch betroffen sind im Sommersemester 2000 Neueinstellungen und Wiederbeschäftigte.

Einige Beschwerden hatte es bei der RWTH allerdings auch gegeben. „Wir hatten etwa zehn Tage Reaktionszeit“, sagt Luchte, bis der Notfallplan griff. Seither kann jeder Betroffene in der Personalabteilung Hilfe erwarten, auch beim Kontaktversuch mit dem LBV.

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