Tarifstreit bei der Awo in NRW: Tausende Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks in Essen

Tarifstreit bei der Awo in NRW : Tausende Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks in Essen

Im Tarifstreit bei der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen haben sich am Montag nach Verdi-Angaben rund 3100 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Sie kamen aus ganz NRW in Essen zusammen und beteiligten sich an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Mit den Streiks, die am Dienstag in ausgewählten Betrieben fortgesetzt werden sollen, will die Gewerkschaft vor der vierten Verhandlungsrunde am 6. März den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Vor allem Awo-Kindertagesstätten und -Ganztagsbetreuungen seien betroffen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer. Auch hätten sich viele Mitarbeiter von Seniorenzentren beteiligt. Dort gebe es Notdienstvereinbarungen.

Eine Awo-Sprecherin nannte die Beteiligung an den Warnstreiks „moderat“. In einigen Regionen sei die Beteiligung nur sehr gering. So hätten im Bezirksverband Mittelrhein von 120 Kitas nur 3 geschlossen, am Niederrhein von 16 nur eine. In mehreren betroffenen Kitas gebe es außerdem Notgruppen. „Der Streik ist unnötig“, sagte sie. Der Tarifstreit werde auf dem Rücken der Eltern, Kinder und Pflegebedürftigen ausgetragen.

In der dritten Verhandlungsrunde vergangene Woche hatten sich die Tarifparteien bereits aufeinander zubewegt. Die Gewerkschaft forderte zuletzt neun Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 18 Monaten. Die Arbeitgeber hatten laut Verdi sieben Prozent bei einer Laufzeit von weniger als 30 Monaten angeboten. Die Awo NRW beschäftigt nach eigenen Angaben landesweit 65.000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 132 Seniorenzentren und 490 Offene Ganztagsbetreuungen. Ende Januar hatten sich Verdi zufolge bereits über 2000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.

(dpa)