Tödlicher Unfall: Taucherin ertrinkt im Blausteinsee

Tödlicher Unfall : Taucherin ertrinkt im Blausteinsee

Bei einem Tauchgang im Eschweiler Blausteinsee ist am Samstagmittag eine Frau ertrunken. Die 53-Jährige sei nach den aktuellen Ermittlungen während eines Tauchgangs ums Leben gekommen.

Wenn man mit Tauchern über ihre Erlebnisse im Blausteinsee in Eschweiler spricht, hört man meistens, dass der See ein einfaches Tauchrevier ist, gerade im Vergleich zum Rursee in der Eifel. Zwei Gefahren, auf die erfahrene Taucher aber immer wieder hinweisen, sind die mitunter schlechte Sicht im sedimentreichen Wasser und die in Relation zu seiner geringen Größe ziemlich großen Tiefe des Sees, 46 Meter.

Ersteres erschwert die Orientierung, Letzteres führt dazu, dass unerfahrene Taucher sich nicht immer die notwendige Zeit fürs Auftauchen nehmen. Beides birgt Gefahren, auch in einem einfachen Revier.

Die Aachener Staatsanwaltschaft konnte am Montag noch nicht sagen, woran die 53 Jahre alte Taucherin starb, die am Samstag mit einem Verwandten und einem Tauchlehrer im Blausteinsee unterwegs war. Am Mittag sei sie aus bislang unbekannten Gründen offenbar in eine Notlage geraten.

Der Blausteinsee in einer Luftaufnahme. Foto: ZVA/Rudolf Müller

Die Reanimierungsversuche eine Notarztes blieben erfolglos. Es war seit 2009 der dritte tödliche Tauchunfall, der sich im Blausteinsee ereignet hat. Amtliche Statistiken über die Zahl der Todesfälle im Blaustein- oder in anderen Seen werden nicht geführt.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat bislang keinen Auftrag, den am 12. August 2000 der Öffentlichkeit übergebenen Blausteinsee zu überwachen. Gründe gibt es wohl mehrere, einer könnte sein, dass allein die Anschaffung eines Rettungsbootes „zwischen 25.000 und 35.000 Euro kosten würde“, sagte am Montag Michael Uhr, Sprecher des DLRG-Ortsgruppe Eschweiler. Uhr wies jedoch darauf hin, dass gerade Tauchunfälle von DLRG-Rettern kaum verhindert werden könnten, da sie vom Ufer aus nicht zu beobachten seien – weil sie sich eben unterhalb der Wasseroberfläche ereignen.

Die Kriminalpolizei hat, wie immer bei Todesfällen mit ungeklärter Ursache, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ob die Leiche der Taucherin obduziert wurde, konnte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts gestern nicht sagen.

2019 bislang 250 Ertrunkene

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte der DLRG-Bundesverband gestern, dass die Zahl der in deutschen Seen Ertrunkenen in etwa auf dem selben hohen Vorjahresniveau liege, als 504 Menschen ertranken. Bis Ende Juli waren es 2019 genau 250 Menschen, die in deutschen Seen ertranken. Die Statistik ist jedoch weder amtlich noch offiziell. Wie ein DLRG-Sprecher erklärte, werde diese Zahl anhand von Berichten über Todesfälle in Badeseen in Hunderten deutschen Tageszeitungen erhoben.

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(gego)
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