Essen/Hambach: Tagebau Hambach: Neuer Anlauf für Betriebsplan

Essen/Hambach : Tagebau Hambach: Neuer Anlauf für Betriebsplan

RWE Power ist den nächsten Schritt gegangen, um im Rechtsstreit mit dem BUND eine Genehmigung zur Fortführung des Tagebaus Hambach zu erhalten: Das Bergbau treibende Unternehmen hat auf der Grundlage eines eigenen, neuen Gutachtens zum Hambacher Forst einen erneuten Antrag zur Zulassung des Hauptbetriebsplans für den Tagebau Hambach gestellt.

Das teilte das Unternehmen schriftlich mit. Es sieht mögliche Naturschutzrechtliche Belange nicht berührt. Die Umweltschutzorganisation BUND war gegen die zunächst erteilte Genehmigung zur Fortführung des Tagebaus vor Gericht gezogen. Ihr Argument: Mit Blick auf die dort vorkommende Bechsteinfledermaus seien die Kriterien für ein sogenanntes FFH-Gebiet erfüllt, also für ein EU-Naturschutzgebiet.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte in einem Eilverfahren im Dezember den Prozessbeteiligten einen Vergleich vorgeschlagen: Es solle ein neues Sachverständigengutachten dazu eingeholt werden, ob das kleine Waldstück die Kriterien für ein solches FFH-Gebiet erfülle. Verbunden mit diesem Gutachten war ein vorläufiger Rodungsstopp in dem von Aktivisten besetzten Waldstück.

Auf Basis dieses neuen Gutachtens bleibt RWE Power nun bei seiner Meinung, „dass der Hambacher Forst bisher und auch aktuell nicht als FFH-Gebiet gemeldet und ausgewiesen werden musste bzw. muss“. In der Folge hat das Unternehmen die neuen Antragsunterlagen zur Zulassung des Hauptbetriebsplans für den Tagebau Hambach für die Jahre 2018 bis 2020 bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht.

BUND reagiert verwundert

Der BUND reagierte verwundert: „Uns fehlt die Fantasie, wie ein Fachgutachten dieses komplexe Thema in einer so kurzen Zeit erschöpfend behandelt haben soll“, sagte BUND-Sprecher Dirk Jansen am Freitag auf Anfrage. Man wolle sich aber erst qualifiziert äußern, wenn man das nun eingereichte Fachgutachten und den neuen Antrag auf Zulassung kenne. Die Umweltschutzorganisation hat die Bezirksregierung gebeten, ihnen diese Unterlagen zukommen zu lassen.

(cs)
Mehr von Aachener Nachrichten