Region: Tag der Architektur: Dürener Stadtvilla mit Licht und Liebe zum Detail

Region: Tag der Architektur: Dürener Stadtvilla mit Licht und Liebe zum Detail

Aus einer alten Stadtvilla in Düren ist nach einer Komplettsanierung ein echtes Schmuckstück geworden. Die Kombination aus historischen und modernen Elementen ist gelungen. Und auch der Wunsch von Bauherrin Christiane Hohmann nach großen, hellen und offenen Räumen ist erfüllt worden.

Die alte Dürener Stadtvilla aus dem Jahr 1902 wurde komplett saniert — entstanden ist ein lichtdurchflutetes, luftiges Gebäude, in dem nun gewohnt und gearbeitet wird.

sdsdsd Foto: Sandra Kinkel

Vor rund zehn Jahren bewohnten die Hohmanns lediglich die Erdgeschosswohnung des alten Hauses an der Tivolistraße, damals gab es insgesamt noch vier Parteien in dem Haus. „Wir hatten anfangs überhaupt nicht den Plan, eines Tages das komplette Haus zu übernehmen. Das hat sich erst nach und nach so ergeben.“ Hohe Decken, Stuck und herrliche Flügeltüren waren es, die die Hohmanns schon damals an dem Haus begeistert hatten. Und genau das ist es auch, das heute immer noch besticht.

Von Anfang an hat die Familie mit dem Dürener Innenarchitekten Andreas Franke zusammengearbeitet. „Die Sanierung dieses Hauses war eine reizvolle Aufgabe. Es gibt in Düren nur sehr wenig Altbausubstanz aus der Zeit um 1900“, sagt Franke und erinnert damit an die nahezu komplette Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. „Auch wenn dieses Haus nicht unter Denkmalschutz steht, war es uns wichtig, historische Elemente zu bewahren, und gleichsam im Bestand zeitgemäß zu gestalten.“

So wurden etwa die historische Geländerkonstruktion und die Holztreppe erhalten. Hin und wieder finden sich Teile des alten Fußbodens wieder, ab und zu eine alte Tür. Auch der Stuck und die großen Portale wurden erhalten. Dem gegenüber stehen dann wieder sehr moderne Elemente, zum Beispiel im Bereich der Küche und auch im Badezimmer. Architekt Franke entwickelte ein Gesamtkonzept für alle Etagen, die schrittweise umgebaut wurden. Er sanierte nicht nur das Haus sondern entwarf für Familie Hohmann Möbel und raumbildende Ausbauten.

Christiane Hohmann: „Es war uns wichtig, Farbe, Materialien und auch die Lichtgestaltung so auszuwählen, dass es zu der alten Substanz des Hauses passt.“ Mindestens genauso wichtig war Familie Hohmann aber auch eine moderne Technik. So wurde beispielsweise in allen Räumen Fußbodenheizung realisiert.

Neueste Wärmetechnik

„Natürlich“, sagt Architekt Franke, „muss man bei der Sanierung eines alten Hauses immer wieder auch Kompromisse eingehen, nicht zuletzt weil wir denkmalgerecht sanieren wollten.“ Niemals würde man beispielsweise eine historische Stuckfassade dämmen, auch wenn es der Energiebilanz zuträglich wäre. Franke: „Das Dach wurde jedoch erneuert, nach modernsten Gesichtspunkten gedämmt und neueste Wärmetechnik genutzt.“

Auch der Grundriss des Hauses hat sich stark verändert. Vor zehn Jahren hatte die Erdgeschosswohnung der Hohmanns acht Zimmer, heute sind es nur noch fünf. Das Erdgeschoss wird nun ausschließlich zum Kochen und Wohnen genutzt.

Die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten waren für den Architekten wie auch für die Bauherren eine große Herausforderung. „Wir haben immer hier gewohnt“, sagt Christiane Hohmann. „Das war nicht immer angenehm.“ Während der Baumaßnahmen gab es regelmäßig Dinge, auf die reagiert und die gemeinsam entschieden werden mussten. Franke: „Bei so einem alten Objekt erlebt man natürlich manchmal auch Überraschungen. Häuser erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten, auch die anderer Kollegen, die schon daran gearbeitet haben.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und mehr als das. Aus der alten Stadtvilla an der Tivolistraße in Düren ist ein echtes Schmuckstück geworden — hell, groß und mit viel Liebe zum Detail.