Tafeln in NRW wollen bessere Logistik

Ausbau von sechs Verteilzentren : Tafeln in NRW wollen bessere Logistik

Die Tafeln freuen sich, wenn eine Firma einen Laster Tiefkühlpizzen spendet. Bei der Lagerung der empfindlichen Ware sind die Kapazitäten jedoch schnell erschöpft. Die Hilfsorganisation will ihre Logistik in Nordrhein-Westfalen jetzt verbessern.

Die Logistik der Tafeln in Nordrhein-Westfalen soll weiter professionalisiert werden. „Wir wollen mittelfristig sechs Verteilzentren aufbauen beziehungsweise ausbauen“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln in NRW, Wolfgang Weilerswist, der Deutschen Presse-Agentur. Ziel seien größere Lagermöglichkeiten für gespendete Tiefkühl-, Kühl- und Trockenwaren in Dortmund, Coesfeld/Münster, Aachen, Wuppertal, Dormagen und Köln. Die Verteilung solle dann mithilfe des Tafel-Intranets erfolgen.

Aktuell gebe es etwa in Köln noch Probleme, eine Lkw-Ladung mit Tiefkühlwaren abzunehmen. Würden dem Landesverband dann etwa zwei, drei Lastwagenladungen gleichzeitig angeboten, „können wir die nicht annehmen“, sagte der 69-Jährige, der auch die Tafel im Eifelstädtchen Mechernich leitet. Spender solch großer Mengen sei regelmäßig etwa ein Pizza-Hersteller.

Den Transport würden große Logistikfirmen spenden, deren Laster dann anstelle von Leerfahrten etwa die Pizzen mitbrächten und sie an einer einzigen Stelle wieder abladen wollten. Derzeit sei es noch so, dass Tafeln dann etwa aus der Eifel nach Dortmund fahren müssten, um die Ware zu holen.

Nach wie vor bekämen die Tafeln viele Lebensmittel und andere Waren angeboten. In einigen Städten sogar mehr als nötig. „Mitunter haben wir zu wenig Kapazität, das anzunehmen“, sagte Weilerswist. Bei einigen Waren wünscht sich der Landesvorsitzende aber auch ein größeres Angebot: „Uns fehlen oft Käse- und Wurstpackungen, und auch Dosen.“

Der Landesverband schätzt, dass die 173 Tafeln in Nordrhein-Westfalen jede Woche Lebensmittel an bis zu 420.000 Menschen ausgeben. Dies sei jedoch nur ein kleiner Teil der Menschen, die berechtigt wären, einen Tafelausweis zu bekommen, sagte Weilerswist. „Ich glaube nicht, dass die Tafeln überflüssig werden.“ Auch künftig hätten viele Menschen eine so geringe Rente, dass sie Schwierigkeiten hätten, mit ihrem Geld zurecht zu kommen.

Bei den Tafeln in NRW arbeiten laut Weilerswist rund 17.000 Menschen. Etwa zehn Prozent von ihnen hätten einen Arbeitsvertrag, die anderen seien ehrenamtlich tätig.

(dpa)