Kampf gegen Cyberkriminalität: Täter gehen immer professioneller vor

Kampf gegen Cyberkriminalität : Täter gehen immer professioneller vor

Die Jagd auf Cyberkriminelle ist für Polizei und Staatsanwaltschaften ein Katz-und-Maus-Spiel. Spezialisierte Ermittler jagen die Täter im Darknet und in der Hacker-Szene.

Ob Waffenhandel, Ausspähen von Daten oder Hacking-Angriffe: Kriminelle im Internet gehen nach Einschätzung von Ermittlern immer gewiefter vor. „Wir beobachten eine deutliche qualitative Veränderung“, sagte der Leiter der „Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen“ (ZAC NRW), Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, der Deutschen Presse-Agentur in Köln. So hätten „hochprofessionelle Angriffe auf Behörden und Unternehmen“ in jüngster Zeit deutlich zugenommen.

Die im April 2016 bei der Staatsanwaltschaft Köln eingerichtete ZAC ist landesweit für herausgehobene Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität zuständig. Dabei handelt es sich um technisch komplexe Fälle, teils mit internationalem Bezug, die von den örtlichen Staatsanwaltschaften an die Spezialstelle abgegeben werden. Im vergangenen Jahr leitete die ZAC nach Angaben von Hartmann rund 860 neue Verfahren ein - 2017 waren es noch knapp 200.

Neben Hacking-Angriffen lag der Schwerpunkt auf Ermittlungen zu kriminellen Machenschaften im Darknet, einem verborgenen Teil des Internet. Im Fokus stehe dabei der Handel mit Waffen und Drogen, aber auch mit Falschgeld oder Sprengstoff. Nach den Worten von Hartmann werden jedoch nicht nur die Täter, sondern auch die Ermittler immer professioneller: „Es gelingt uns zum Beispiel zunehmend Personen zu identifizieren, die anonym im Netz unterwegs sind.“

Erst im Dezember hatten Fahnder unter bundesweiter Leitung der ZAC NRW bei Durchsuchungen Zehntausende illegale Feuerwerkskörper sichergestellt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, die gefährliche Böller bei einem polnischen Onlineshop gekauft haben sollen.

(dpa)
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