Pleiten, Pech und Pannen: Täter, die sich nicht allzu geschickt anstellen

Pleiten, Pech und Pannen : Täter, die sich nicht allzu geschickt anstellen

Ein betrunkener Autoknacker schläft in Eschweiler am Tatort ein, zwei Diebe versuchen, einen gestohlenen Fernseher unter ihrer Jacke vor der Polizei zu verstecken: An Straftätern, die nicht zwingend extrem professionell vorgehen, herrscht kein Mangel in der Region. Die kuriosesten der letzten Jahre.

Zunächst entdeckte die Autobesitzerin aus Eschweiler eine eingeschlagene Seitenscheibe an ihrem Fahrzeug. Die nächste Entdeckung war noch überraschender: In dem Wagen saß ein Unbekannter am Steuer und schlief. Die Polizisten trafen einen Mann an, den sie nur mit Mühe wecken konnten. Für sie ist der 48-Jährige, das stellte sich bei der Überprüfung der Personalien heraus, ein alter Bekannter. Im Laufe der letzten Jahre war er schon auffällig geworden mit BTM-Delikten, Sachbeschädigung, Diebstahl oder auch Körperverletzung. Wagenaufbrüche sind neu im kriminellen Angebot. Die Beamten fanden unter anderem einen Nothammer in seiner Hosentasche. Im Umfeld des Tatorts entdeckten sie, dass an weiteren fünf Autos die Seitenscheiben eingeschlagen waren. Der gebürtige Eschweiler reagierte durchaus renitent, ein Alkohol-Test vor Ort ergab 1,5 Promille. Weil er sich sehr aggressiv polizeilichen Maßnahmen widersetzte, legten ihm die Polizisten Handschellen an. Er kam für eine Nacht ins Gewahrsam, ihm wurde eine Blutprobe entnommen, ein Strafverfahren eingeleitet.

Der 48-Jährige ist nur ein aktuelles Beispiel. An möglichen Straftätern, die nicht zwingend extrem professionell vorgehen, herrscht kein Mangel in der Region, auch wenn der Schläfer in Eschweiler durchaus einen Vorderplatz im Ranking der kuriosen Fälle einnimmt.

Ein anderer Fall ereignete sich vor ein paar Jahren in der Aachener Innenstadt. Das Polizeischild an einer Wache schreckte zwei Männer, 33 und 35 Jahre alt, so auf, dass sie spontan versuchten, einen Fernseher mit einer Bildschirmdiagonalen von 54 Zentimetern unauffällig unter einer Winterjacke zu verstecken. Der untaugliche Versuch rief Polizisten auf den Plan. Sie wurden von den TV-Besitzern informiert, dass sie den LCD-Fernseher auf einem angrenzenden Spielplatz - nun ja - tatsächlich gefunden hätten. Der Adressaufkleber auf dem Karton gab andere Hinweise. Der Fernseher war aus dem Auto eines Paketzustellers entwendet worden, wie sich schnell herausstellte.

Auch Einbrecher fallen zuweilen mit einem gewissen Dilettantismus auf. Vor einem knappen Jahr entdeckten Wohnungsbesitzer in Herzogenrath eine aufgebrochene Haus- und Wohnungstür. Zudem registrierten sie Brandgeruch in ihrer durchwühlten Wohnung, in der bereits eine Kiste mit Diebesgut zurechtgestellt worden war. Die herbeigeeilte Polizei entdeckte auf dem Wohnzimmersofa einen Einbrecher im Tiefschlaf. Die Weckversuche verliefen zäh. Als er dann die Augen aufschlug, redete er nur wirres Zeug. Sprach von „Weg freikämpfen“ und „Blitze einfrieren“ - so steht es im Einsatzbericht. Der polizeibekannte 21-Jährige stand erkennbar unter Drogeneinfluss. Er hatte noch Glück: Die Glut seiner brennende Kippe, die er auf einem Sideboard abgelegt hatte, hatte sich schon ins Holz gefressen.

Ein Einbrecherkollege von ihm wollte vor ein paar Monaten in die Wohnung seiner Ex-Frau in Aachen-Verlautenheide eindringen. Er verwechselte die Wohnung und wurde von seiner früheren Nachbarin überrascht, als er die Rolläden ihres Küchenfensters hochschob und einstieg. Die erwachsenen Söhne überwältigten schließlich den rabiaten Mann, der zuvor noch die Inneneinrichtung mit Schlagstöcken bearbeitet hatte.

Ein anderer Fall liegt ein paar Jahre zurück: Ein Umzugsspediteur aus Aachen vermisste am Morgen seinen Firmentransporter. Der wurde bald darauf ein paar Kilometer entfernt entdeckt - mit unerwarteter Ladung. Die Diebe hatten eine Harley Davidson in höherem fünfstelligen Wert zurückgelassen. Apropos Motorrad: Vor ein paar Jahren brachen Einbrecher in einen Container der Gressenicher Motorsportgemeinschaft ein. Sie schoben drei Maschinen mühsam zum benachbarten Steinbruch, vermutlich, um eine Ründchen zu drehen. Es blieb beim Versuch, zwei Maschinen bekamen sie erst gar nicht gestartet. Es wäre alles auch viel einfacher gewesen. Die Motorsportfreunde bieten das Motorradfahren Jugendlichen kostenlos und auch noch unter fachkundiger Anleitung an...

Auch junge Radler treffen zuweilen falsche Entscheidungen: Ein 15-Jähriger versuchte in Aachen-Richterich ein teures BMX-Fahrrad aus einem Fahrradladen zu entwenden. Mit viel Tempo versuchte er mit seiner Beute vom Hof zu entkommen, mit noch mehr Tempo wurde er schnell eingeholt von Robert Retschke, einem Profi-Rennfahrer, der im dem Geschäft arbeitete. Die Flucht war schnell beendet.

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