Adieda, Frühlingsluft: Sturmböen an Rosenmontag erwartet

Adieda, Frühlingsluft : Sturmböen an Rosenmontag erwartet

Kalt ist in Ordnung, nass: na ja. Aber Sturm? Rosenmontag könnte es kräftig wehen, sagen Experten. Wie kräftig, steht noch nicht fest. Im schlimmsten Fall müssen Umzüge abgesagt werden – wie schon mehrfach.

Seit Donnerstag regieren in den Karnevalshochburgen wieder die Narren - und vor allem die Närrinnen. In vielen Städten stürmten die Frauen an Weiberfastnacht die Rathäuser und übernahmen symbolisch die Macht. So setzten in Düsseldorf die alten „Möhnen“ den Bürgermeister gefangen. In Köln forderte das Dreigestirn die Stadtschlüssel ein. Vielerorts wurden Krawatten abgeschnippelt.

Kölner Kinder und Jugendliche gingen fast ausnahmslos verkleidet zur Schule. Auffallend: Sowohl in Düsseldorf als auch in Bonn hatten sich Feiernde als Bergmann verkleidet - mit Sturzhelm und Kohlestaub im Gesicht.

Sturmböen ausgerechnet an Rosenmontag

Der Himmel im Rheinland war am Morgen noch so wolkenlos, dass viele Cafés die Stühle ins Freie stellten - 16 Grad im Schatten. Das Wetter erlaubte luftige, körperbetonte Kostüme. Allerdings blieb es nicht so schön: Am Mittag zogen Wolken auf, und für den Rest der tollen Tage müssen sich die Karnevalisten auf Wind und Regen einstellen. Mehr noch: An Rosenmontag könnte es sogar Sturmböen geben. „Wenn wir Pech haben, wird Sturmstärke erreicht, im ungünstigsten Szenario auch Orkanstärke“, sagte Gerd Budilovsky vom Deutschen Wetterdienst in Essen.

Da kommen bei den Karnevalisten gleich ungute Erinnerungen auf, denn im Februar 2016 war der Düsseldorfer Rosenmontagszug wegen Sturms abgeblasen und später nachgeholt worden. „Wir warten jetzt mal ab, wie sich das entwickelt“, sagte Tanja Holthaus, Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval. Noch sei es zu früh, um etwas Definitives zu sagen. Am Sonntag werde man sich dann beraten, „ob da Handlungsbedarf besteht“.

Entscheidung in Aachen am Montag

Ähnlich auch die Rückmeldung aus Aachen: Man werde bei der Sicherheitsbesprechung am Montag vor dem Zug mit allen Verantwortlichen beurteilen und entscheiden, wie mit der Wetterlage umgegangen wird. Bei starkem Wind könne es etwa sein, dass Planen von Zugwagen entfernt und Pferdegruppen aus der Zugaufstellung gestrichen würden.

Vor allem Köln war an Weiberfastnacht wieder das Ziel Hunderttausender Karnevalstouristen. Die Polizei war mit mehr als 1000 Beamten im Einsatz. Bis zum frühen Abend blieb es vergleichsweise ruhig. Die Kölner Feuerwehr berichtete, dass 56 Feiernde in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Sie erwartete aber eine „lange und arbeitsintensive“ Nacht.

Mit fortgeschrittener Stunde mache sich der gestiegene Alkoholkonsum bemerkbar, sagte ein Polizeisprecher. „Es gibt immer wieder Straftaten, auch Körperverletzungen, Sachbeschädigungen.“ Ein betrunkener 17-Jähriger etwa habe einen Böller in die Menge geworfen, eine Frau wurde dadurch am Fuß verletzt. Bis zum Abend nahm die Polizei 25 Menschen in Gewahrsam. Zudem gab es zwei Festnahmen - nach exhibitionistischen Handlungen und sexuellen Belästigungen.

Tanja Holthaus vom Kölner Festkomitee berichtete, der Straßenkarneval habe „ruhig und entspannt“ begonnen. In Düsseldorf gab es nach Angaben eines Polizeisprechers zunächst keine außergewöhnlichen Ereignisse. Dort hatte die Stadt die Zahl der temporären Toiletten um das Fünffache erhöht. Gleichzeitig stieg das Bußgeld für Wildpinkler auf 70 Euro.

(dpa)