Universität Bonn feiert Jubiläum: Studieren in gemütlicher Atmosphäre

Universität Bonn feiert Jubiläum : Studieren in gemütlicher Atmosphäre

Wer durch Bonn läuft, kommt um eine Sache nicht herum: die Universität. Quer durch das gesamte Stadtgebiet verteilt sind die Gebäude, die etwa 38.000 Studierenden einen Ort des Lernens und Forschens bieten. In diesem Jahr feiert die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität ihr 200-jähriges Bestehen.

Anlässlich des besonderen Geburtstages blicken Studierende und Rektor auf die Besonderheiten einer Forschungseinrichtung, die lange im politischen Zentrum der Bundesrepublik lag.

Die 1980er Jahre in Bonn waren geprägt von Demonstrationen und Protestaktionen, immer wieder versammelten sich Zehntausende Menschen auf der Bonner Hofgartenwiese, um ein Zeichen für den Frieden oder gegen Atomwaffen zu setzen. Mittendrin im Jahr 1983 war Rainer Jendges, damals im vierten Semester seines Studiums an der Hauptstadt-Uni.

„Dieses Semester war das prägendste, da hat es eine riesige politische Protestbewegung gegeben“, erzählt Jendges, der heute Lehrer an einer Aachener Gesamtschule ist. Er beschreibt diese Zeit an der Universität als großartige Mischung mit sehr intensiven Erlebnissen: „Das war wirklich volles Leben“, erinnert sich Jendges.

Der politische Aspekt war Teil des alltäglichen Lebens in Bonn, schließlich wohnten die Studierenden ganz nah dran an Diplomaten und Politikern. Auch Rainer Jendges erklärt Uni und Politik zu den zwei Schwerpunkten der Stadt.

Prof. Michael Hoch, Rektor der Uni Bonn, hofft darauf, dass seine Hochschule im kommenden Jahr Exzellenz-Uni wird. Foto: Caroline NIehus/Caroline Niehus

Als Stadt selbst war Bonn für Jendges immer etwas besonderes, der Hofgarten, die Rheinauen und die Poppelsdorfer Allee seien Orte, die Bonn mit Leben füllten. Obwohl Rainer Jendges seit 1994 nicht mehr in Bonn wohnt, hat er die Verbindung zu der Stadt, die sein Leben so viele Jahre geprägt hat, nie verloren. Zur Rente kann er sich vorstellen, wieder nach Bonn zu ziehen. Die Vorliebe zur Stadt Bonn scheint in der Familie zu liegen: Neben seinem Vater und seinem Bruder hat im letzten Jahr auch seine Tochter ihr Studium in Bonn begonnen.

Auch Sophie Kugelmeier denkt gern an ihre Zeit an der Bonner Universität zurück. Die 23-Jährige aus dem Nachbarort Sankt Augustin hat zwar nicht solch turbulente Zeiten miterlebt wie Rainer Jendges, hat das Studentenleben aber genauso genossen.

Ihre Entscheidung, nach dem Abitur die naheliegende Uni zu besuchen, hat sie nie bereut. Im Studium „habe ich immer die tolle, gemütliche Atmosphäre geschätzt“, so Kugelmeier. Mittlerweile hat sie ihr Studium nach dem Bachelorabschluss in Köln fortgesetzt, wo es ihr allerdings nicht so gut gefällt. „Wenn ich zurückdenke, hatte ich es wirklich gut in Bonn“, sagt sie wehmütig, „ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt und würde sehr gerne wieder zurück“, lautet ihr Fazit nach den ersten Monaten in Köln.

International gutes Renomée

Dieses Bekenntnis dürfte eine Person ganz besonders freuen – Prof. Michael Hoch, seit 2015 Rektor der Universität Bonn. Er arbeitet mit seinen Mitarbeitern jeden Tag hart daran, dass die Bonner Hochschule ihrem guten Ruf gerecht wird. Auch 200 Jahre nach der Gründung, steht die Uni vor allem im internationalen Vergleich gut dar.

Die rund 5000 ausländischen Studierenden wählen die Institution durchweg auf die vorderen Plätze in Rankings zur Internationalität. „Die Gäste, die bei uns waren, haben wirklich einen sehr guten Eindruck von Bonn, den sie mit in die Welt nehmen“, freut sich der Biologe, „die Fähigkeit zur Integration ist hier im Rheinland wirklich außergewöhnlich gut.“

Für die Zukunft hat der Rektor einige Ziele: Die Infrastruktur soll verbessert und modernisiert werden, indem in den kommenden Jahren vier Campi entstehen, die die Universität zentrieren. Außerdem steht im kommenden Jahr die Entscheidung an, ob die Universität Bonn bald eine Elite-Universität sein wird. Es wäre – auch mit Verspätung – wohl das schönste Geburtstagsgeschenk.

Eine großen Hürde auf dem Weg zur Exzellenzuni hat die Hochschule jetzt genommen: Vier Forschungscluster von ihr werden in die Förderung von Bund und Ländern übernommen, daneben zwei weitere, an denen die Bonner beteiligt sind. Insgesamt wurden 57 Cluster von 34 Hochschulen beziehungsweise Verbünden von einer Expertenkommission ausgewählt. Die Universität Bonn gehört dabei zu den Gewinnern.

Mehr von Aachener Nachrichten