Streiks in vielen Einrichtungen der Awo am Dienstag

Streit um Bezahlung von Erziehern : Streiks in vielen Einrichtungen der Awo am Dienstag

Etwa 3000 Schulen, Kindergärten und Seniorenheime der Arbeiterwohlfahrt in NRW könnten am Dienstag von Streiks betroffen sein. Der Streit dreht sich insbesondere um die Bezahlung von Erziehern.

Für die Eltern, die ihre Kinder in einer Kita oder einer Offenen Ganztagsschule der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreuen lassen, könnte es am Dienstag ungemütlich werden. Die Gewerkschaft Verdi hat bei dem Wohlfahrtsträger zu einem landesweiten Warnstreik aufgerufen. Komplette Schließungen von Einrichtungen seien möglich. In NRW betreibt der Wohlfahrtsträger einer Awo-Sprecherin zufolge rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 490 Offene Ganztagsschulen (OGS) und 132 Seniorenzentren.

Der Streit hat sich insbesondere an der Bezahlung von Erzieherinnen entzündet. Die Gewerkschaft wirft der Awo vor, dass diese selbst mit dem zuletzt gemachten Arbeitgeber-Angebot von sieben Prozent über zweieinhalb Jahre deutlich weniger verdienten als ihre Kollegen im öffentlichen Dienst. Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer dürfte die monatliche Differenz in den Kitas bei mehr als 190 Euro im Monat liegen, in den Ganztagsschulen liegt sie gar bei mehr als 430 Euro. Die Situation werde sich dann noch einmal verschärfen, wenn die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst im Frühjahr 2020 über die Bühne gegangenen seien und dort die nächste Lohnerhöhung greife.

Die Awo wirft Verdi vor, bei ihrer Argumentation die deutlich höhere Jahressonderzahlung zu vernachlässigen. Allerdings belegen Beispielrechnungen der Gewerkschaft, die unserer Redaktion vorliegen, dass dieses prozentuale Plus übers Jahr verteilt gerechnet nicht reicht, die Lücke zwischen öffentlichem Dienst und Awo zu schließen. Demnach würde eine Awo-Erzieherin 3,64 Prozent weniger verdienen als eine Kollegin im öffentlichen Dienst, eine Kinderpflegerin sogar 10,96 Prozent weniger als ihre Kollegen bei den kommunalen Einrichtungen.

Dass sich beide Seiten bereits am Dienstag einigen, ist sehr unwahrscheinlich. Bereits zwei weitere Verhandlungstermine wurden vereinbart: für den 12. Februar sowie für den 6. und 7. März.

Mehr von Aachener Nachrichten