Köln: Steine des Kölner Doms sollen vor Lkw-Anschlägen schützen

Köln : Steine des Kölner Doms sollen vor Lkw-Anschlägen schützen

Alte Steine des Kölner Doms haben einen neuen Nutzen bekommen: Die ausrangierten, mehrere hundert Kilo schweren Kolosse versperren ab sofort die Zufahrt zur Domplatte, um den Platz gegen Angriffe mit Lkw zu sichern. „So schützt der Dom gewissermaßen selbst seine Besucher”, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob am Mittwoch.

„Der Dom hat eine hohe Symbolkraft”, ergänzte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Deshalb sei es richtig, in seinem Umfeld die Sicherheit zu erhöhen. „Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir unseren Lebensstil beibehalten und nicht die ganze Stadt verbarrikadieren.”

Neben Köln überprüfen auch andere NRW-Städte als Folge der Terroranschläge mit 15 Toten in Spanien ihre Sicherheitskonzepte, wie eine dpa-Umfrage ergab. Das Land hatte alle Kommunen aufgerufen, besonders frequentierte Orte zu sichern. Schon nach den Anschlägen von Nizza und Berlin hatten viele Städte ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

In Münster sollen an 13 Stellen in der Innenstadt versenkbare Stahlpoller eingebaut werden. Der Stadtrat werde voraussichtlich Ende September über die Pläne entscheiden, sagte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. Die Kosten lägen bei rund einer Million Euro.

Krefeld plant nach Angaben eines Stadt-Sprechers ebenfalls, viel besuchte Orte mit Pollern zu schützen. Es gebe zudem regelmäßige Gespräche mit der Polizei über Sicherungsmaßnahmen an Orten mit großen Menschenmengen.

Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf stimmt sich laufend mit der Polizei ab. Es werde an Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet, zu denen auch „bauliche Elemente” gehörten, sagte ein Sprecher ohne weitere Details zu nennen. Zum Start der Tour de France im Juli waren im Zentrum Lastwagen-Sperren aufgebaut worden. Auch an Rosenmontag war die Durchfahrt an Straßen mit Containern blockiert. Köln und Düsseldorf hatten im Karneval ein Fahrverbot für Lastwagen verhängt.

Leverkusen hat nach Angaben einer Sprecherin bereits im vergangenen Jahr zwei Fußgängerzonen zum Schutz vor Lkw-Terror mit großen Findlingen gesichert. In der Fußgängerzone Leverkusen-Schlebusch waren schon vorher versenkbare Barrieren vorhanden. Derzeit werde in Zusammenarbeit mit der Polizei überprüft, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien. Auch in Bonn wollen Stadt und Polizei über das Thema Sicherheit sprechen.

Die Stadt Bielefeld will keine dauerhaften Barrieren in der Stadt. „Wir entscheiden je nach Anlass”, sagte ein Sprecher. Ähnlich ist es in Dortmund. In Iserlohn und Paderborn werden bei Volksfesten mobile Sperren aufgebaut. In Neuss wird das am Freitag beginnende Schützenfest besonders gesichert. Am Kirmesgelände seien Betonsperren aufgebaut, sagte ein Sprecher der Stadt. Für die Festumzüge mit 7700 Schützen würden mobile Sperren aus Lastwagen eingesetzt.

(dpa)
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