„Schlimmstes Reisewochenende“ noch nicht in NRW: Staus auf den Straßen der Republik und in der Region

„Schlimmstes Reisewochenende“ noch nicht in NRW : Staus auf den Straßen der Republik und in der Region

Viel Verkehr, Staus, volle Züge: Mit dem Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ist der Sommerreiseverkehr angerollt. Vor allem auf den Straßen in und um NRW sowie in Bayern, Hessen und Niedersachsen meldete der ADAC unzählige Staus. Damit waren vor allem bei den Autofahrern in den Süden und in Richtung Nord- und Ostsee gute Nerven gefragt.

In Nordrhein-Westfalen bildeten sich nach der Zeugnisabgabe an die rund 2,5 Millionen Schüler bis zum frühen Nachmittag die ersten Staus vor allem auf der A3 bei Duisburg in Richtung Niederlande und im Raum Hagen auf der A45, wie ein Sprecher von Straßen.NRW erklärte. Das WDR-Verkehrsstudio zählte gegen 17 Uhr landesweit 230 Kilometer Staus auf den Autobahnen. Autofahrer sollten sich in NRW zudem auf Aquaplaning einstellen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor schweren Gewittern mit Hagel im Laufe des Nachmittags in ganz NRW. In Arnsberg wurde sogar die höchste Gewitterwarnstufe vier ausgegeben. Hier und da könnten 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter Regen vom Himmel fallen, teilte ein DWD-Meteorologe mit. Zum Sonntag hin sollte sich die Schauer- und Gewitterlage wieder entspannen.

Auch Zugreisende mussten bereits am Freitag Geduld mitbringen. Zusätzlich zu den Urlaubern waren auch die Wochenendpendler unterwegs. Die Auslastung in den Fernzügen war entsprechend hoch. Die Bahn hatte sich eigenen Angaben zufolge auf volle Züge an den reisestarken Tagen vorbereitet. „Alles, was rollen kann, rollt“, sagte eine Bahnsprecherin dazu.

Im Südwesten wurde der Bahnverkehr durch Blitzeinschläge am Morgen zusätzlich ausgebremst. Auf der zentralen Rheintalstrecke zwischen Offenburg und Karlsruhe mussten die Reisenden wegen gestörter Stellwerke Verspätungen und Zugausfälle hinnehmen, die sich teils bis weit in den Nachmittag auswirkten.

Auf die Flughäfen kommt die Reisewelle noch zu

Am Frankfurter Flughafen hatte am Freitagnachmittag zudem ein heftiges Gewitter die Abfertigung verzögert. Zudem meldete der Flughafen vereinzelte Flugausfälle.

An den Flughäfen in NRW blieb die Lage ruhig. Laut Bundespolizei kam es lediglich morgens zu längeren Schlangen an den Sicherheitskontrollen. Bis zum Nachmittag mussten Reisende rund zehn Minuten an den Schleusen warten. Am Nachmittag sank die Wartezeit sogar. Bundespolizei und Flughafen blickten schon auf Samstag und Sonntag. An diesen Tagen werden die meisten Fluggäste erwartet. 90.000 sollen es am geschäftigsten Tag, Sonntag sein. Zwischen Freitag und Sonntag werden insgesamt 258.000 Fluggäste erwartet. Die Bundespolizei rät daher sich an die Vorgaben der Airlines zur Anreisezeit zu halten.

Experten erwarten den Höhepunkt der Reisewelle für das Wochenende. Der ADAC erwartet „eines der schlimmsten Reisewochenenden“. Mit viel Verkehr rechnet der Verkehrsclub vor allem auf den Fernstraßen in Richtung Nord- und Ostsee sowie auf den Weg in den Süden. Autofahrer, die über Österreich in den Süden wollen, müssen zudem Fahrverbote auf Ausweichstrecken im Großraum Innsbruck sowie im Bundesland Salzburg beachten. Bei der Fahrt zurück in die Heimat müssen sich Autofahrer an der Grenze nach Deutschland auf lange Wartezeiten bei den Einreisekontrollen einstellen.

Wer in den Urlaub fliegt, muss vor allem am Sonntag möglicherweise mehr Zeit einplanen. Der größte NRW-Flughafen Düsseldorf rechnet nach eigenen Angaben allein an diesem Tag mit rund 90.000 Reisenden. Nach dem Ferienbeginn an Rhein und Ruhr haben fast alle Bundesländer schulfrei - bis auf Bayern und Baden-Württemberg.

Das sind die besonders belasteten Strecken laut ADAC:

  • A1 /A3 / A4 Kölner Ring
  • A1 Bremen – Hamburg – Puttgarden
  • A2 Oberhausen – Hannover – Berlin
  • A3 Köln – Frankfurt – Nürnberg
  • A4 Erfurt – Dresden – Görlitz
  • A5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A6 Metz/Saarbrücken – Kaiserslautern – Mannheim
  • A7 Hamburg – Flensburg
  • A7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A9 Berlin – Nürnberg – München
  • A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
  • A93 Inntal-Dreieck – Kufstein
  • A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
(dpa)
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