Heftig, kurz, zerstörerisch: Starkregen trifft alle Regionen

Heftig, kurz, zerstörerisch : Starkregen trifft alle Regionen

Sogenannter Starkregen hat von 2002 bis 2017 in Nordrhein-Westfalen Schäden von 1,3 Milliarden Euro verursacht. Gut 100 Fälle gab es in Aachen, Düren und Heinsberg. In einer Stadt in NRW ist das Risiko, betroffen zu werden, besonders groß.

Verschont wird keine Region. Starkregenereignisse haben keine bevorzugten Adressen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor, die sich auf die Jahre 2002 bis 2017 bezieht. Unsere Region liegt dabei deutschlandweit im Mittelfeld.

In diesen 15 Jahren haben Starkregenereignisse in Deutschland einen Schaden von 6,7 Milliarden Euro verursacht. In dem Zeitraum gab es bundesweit knapp 1,3 Millionen Schäden an Wohngebäuden: überflutete Keller, unterspülte Hausfundamente oder durchnässte Wände. Die Analyse bezieht sich auf besonders starke Regenfälle, die binnen wenigen Stunden konzentriert niedergehen und plötzliche örtliche Überschwemmungen auslösen. Schäden durch Dauerregenfälle über längere Zeit werden nicht berücksichtigt. Regionale Schwerpunkte gibt es dabei nicht. Das Risiko ist bundesweit gleichmäßig verteilt.

Heinsberg am seltensten betroffen

In NRW wurden in diesem Zeitraum 898 kurze und heftige Starkregenfälle registriert; Schadenshöhe: 1,3 Milliarden Euro. Wer in Münster lebt, lebt demnach am gefährlichsten. Dort erlitten im Schnitt 393 von 1000 Wohngebäuden einen Schaden durch besonders starke Regenfälle. Die Beseitigung der Folgen kostete die betroffenen Hausbesitzer durchschnittlich 10.928 Euro.

Entspannter ist in dieser Frage die Lage in unserem Verbreitungsgebiet. In der Region Düren wurden in diesen 15 Jahren an 83 von 1000 Gebäuden Wasserschäden registriert, im Durchschnitt lag der Schaden bei 3450 Euro. Exakt ein Dutzend Mal regnete es mehr als zwölf Stunden, am nachhaltigsten wütete das Tief „Hilal“ vom 29. bis zum 30. Mai 2008. In der Städteregion Aachen bekamen 77 von 1000 Gebäuden „nasse Füsse“, der Schaden lag im Schnitt bei 3598 Euro. Acht Dauerregenphasen sind aktenkundig. Den schlimmsten Eindruck hinterließen die Tiefdruckgebiete „Xaver“, „Achim“, „Zion“ und „Bert“, die Ende August 2011 die Städteregion in schneller Folge trafen.

Der Kreis Heinsberg ist in der Region am seltensten von Starkregen betroffen gewesen: Nur 60 von 1000 Hausbesitzer spürten die Folgen, durchschnittlicher Schaden: 3492 Euro. In unangenehmer Erinnerung sind „Neele“ und „Marine“ geblieben, zwei Tiefdruckgebiete, die Ende Juni 2016 aufeinander folgten.

Zwar gab es laut GDV und DWD in dem betrachteten 15-Jahreszeitraum durchaus Unterschiede zwischen Bundesländern. Dies sei aber nur dem Zufall geschuldet. Auf lange Sicht sei das Risiko überall gleich hoch. „Unsere Untersuchung zeigt, dass jeder Ort in Deutschland quasi gleich stark von solch gefährlichen Regenmengen bedroht ist“, erklärte Andreas Becker vom DWD.

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