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Stadt Köln zieht nach Angriff Konsequenzen

Köln startet Meldesystem : Angriff auf Stadt-Mitarbeiter

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen ihrer Mitarbeiter hat die Stadt Köln ein zentrales Meldesystem für Übergriffe im Dienst eingeführt. Das Register ist seit Montagvormittag nutzbar, teilte die Verwaltung mit.

In ihm sollen Menschen vermerkt werden, die gegenüber Stadtmitarbeitern bereits auffällig geworden sind - etwa durch Bedrohungen und Gewalt. Das soll andere Mitarbeiter warnen und schützen, wenn sie ihnen bei einem Termin begegnen. Die Vorfälle werden eingetragen, zur Anzeige gebracht und gefährliche Personen im System hinterlegt.

Aktuell haben nach Angaben der Stadt rund 1500 bis 2000 Mitarbeiter Zugriff auf das System. „Zu schützen sind in allererster Linie unsere Außendienstkräfte“, sagte Stadtdirektor Stephan Keller. Dazu zählten etwa Vollstreckungsbeamte, die Geldforderungen eintreiben. Das seien klassische Situationen, in denen es „durchaus zu schwierigen Kontakten mit der Klientel“ komme, so Keller. Auch der Rettungsdienst hätte grundsätzlich Zugriff auf das System. Die Diskussion darüber war entbrannt, nachdem im Dezember ein Mitarbeiter der Kölner Kämmerei bei einem Hausbesuch erstochen worden war. Wie sich herausstellte, hatte der mutmaßliche Täter nach Angaben der Polizei bereits im März 2019 Bedienstete einer anderen städtischen Behörde angegriffen - was der Kämmerei aber nicht bekannt war.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, dieser Tag sei für sie „der schwierigste Tag im Amt“ gewesen. Deswegen habe sie versprochen, etwas zu tun. In anderen Städten gebe es ein derartiges Meldesystem noch nicht. „Es ist traurig, dass wir aufgrund des schrecklichen Vorfalls, der Tötung von unserem lieben Kollegen Kurt Braun, auf dieses Thema in der Form gekommen sind.“ Auch wenn es schon damals Vorbereitungen in diese Richtung gegeben habe.

(dpa)