Staatsanwaltschaft Aachen: Zahl der Straftaten sinkt

Kriminalstatistik : Zahl der Straftaten 2017 weiter gesunken

Erfreuliche Entwicklung bei den Kriminalitätszahlen: Sie sinken in der gesamten Region, teilt die Aachener Staatsanwaltschaft mit. Das gelte nicht alleine für die Vergleichszahlen vom Jahr 2017 zum Jahr 2016, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Hammerschlag am Dienstag. Die insgesamt positive Situation schlage sich auch in einem Fünfjahresvergleich nieder.

So seien gerade die Zahlen bei der oftmals beklagten hohen Zahl von Delikten in der Jugendkriminalität drastisch gefallen.

Den rund 14.500 Fällen im Jahr 2012 stehen im Vergleichsjahr 2017 noch 12.900 Fälle gegenüber – eine Verbesserung um mehr als 30 Prozent, rechnete der Behördenleiter vor.

„Das ist auch deswegen erfreulich, weil das nach allen Erfahrungen die Kriminalität von morgen verringern wird“, schöpfte Hammerschlag Zukunftshoffnung aus dem am Dienstag vorgelegten  Zahlenwerk. Insgesamt sank die Statistik allerdings nur um knapp zwei Prozent, um rund 8000 auf insgesamt 127.000  Fälle aus dem Jahr 2017.

Für die Aachener Staatsanwaltschaft gibt es also Gründe, die Entwicklung durchaus gut zu nennen, auch oder gerade wegen der personellen Aufstockungen der letzten Jahre. Eine besondere Erwähnung fanden die Verantwortlichen für die aktuelle Problematik um den Hambacher Forst, die momentan täglich umfangreiche Polizeikräfte, aber eben auch Kräfte der Aachener Ermittlungs- und Anklagebehörden bindet. „Wir spüren das sehr deutlich, wie selbstverständlich auch die Polizei“, sagt Hammerschlag. Fachleute für bestimmte Ermittlungen seien jetzt eben „im Wald“ und nicht in die tägliche Arbeit eingebunden.

Besonders ins Visier genommen hat die Ermittlungsbehörde die in den letzten Jahren so negativ in Mode gekommenen Pöbeleien und Handgreiflichkeiten gegen Polizisten und Ordnungsbeamte. Hinzu kommen völlig unverständliche Angriffe auf Notärzte, Sanitäter oder auch Mitarbeiter von Arbeitsagenturen oder den Sozialämtern in den Kommunen. 

Dieser Tatbereich wird juristisch „Widerstandshandlungen“ genannt, seit Neuestem bearbeitet von Oberstaatsanwältin Silvia Janser und einem Team von mehreren Staatsanwälten. „Es ist unglaublich, was sich Polizisten, aber auch andere Amtsträger, so alles gefallen lassen müssen“, schildert Janser.

Vom Anspucken bis hin zu heftigen Schlägen ins Gesicht gehe das, resümiert Janser aktuelle Fälle, alleine 580 insgesamt aus dem Bereich „Widerstand“ im Vorjahr. Der Ist-Stand 2018 beträgt allerdings bereits mehr als 800 neue Anzeigen. Weiterhin erziele die Staatsanwaltschaft bei Schnellverfahren im Bereich Kleinkriminalität gute Erfolge, hieß es.

Mehr von Aachener Nachrichten