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Bistum Aachen mit Ersatz-Aktion: St. Martin wird ohne Laternenumzug gefeiert

Bistum Aachen mit Ersatz-Aktion : St. Martin wird ohne Laternenumzug gefeiert

An St. Martin ziehen sonst Kinder mit Laternen umher und bekommen Süßigkeiten. Nun wird wegen Corona alternativ gefeiert: mit Glockenläuten, Lichtern und Singen am Fenster.

Und es brennen doch die Lichter: An vielen Orten in Nordrhein-Westfalen wird am Mittwoch St. Martin gefeiert, obwohl die traditionellen Laternenumzüge in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht stattfinden können. Viele Pfarreien haben eigene Aktionen mit Musik und Lichtern geplant.

Im Bistum Aachen etwa stehen am Abend des 11. November bemalte, erleuchtete Brötchentüten in den Fenstern. Rund 65.000 Tüten wurden geordert. Auch im Bistum Münster planen Pfarreien Aktionen. Die Resonanz bei Eltern und Kindern sei sehr gut, sagte ein Sprecher.

In Bonn ruft die katholische Kirche zum gemeinsamen Singen um 18 Uhr auf: Die Menschen sollen die Fenster der Wohnungen und Häuser öffnen und zwei bekannte St.-Martins-Lieder anstimmen. Wenn „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Laterne, Laterne“ gesungen sind, läuten in der Stadt die Glocken der katholischen Kirchen. Schon an den Tagen zuvor hatten St.-Martins-Darsteller in Schulen, Kindergärten und Altenheimen die obligatorischen Weckmänner verteilt.

Für das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn sind die Auswirkungen des Coronavirus ein Forschungsobjekt. Die Erforscher des Alltags wollen auch an St. Martin dokumentieren, wie sich der Brauch durch die Vorschriften ändert. Die Menschen können Fotos und Texte zu ihrer Corona-Version des Martinsfestes an das Institut mailen.

(dpa)