Aachen: Spuckhauben sollen Polizisten schützen

Aachen: Spuckhauben sollen Polizisten schützen

An Beispielen mangelt es leider nicht. Mehr als 900 Polizisten sind in NRW 2017 im Dienst bespuckt worden. Eine Zunahme von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vermutlich liegt die Dunkelziffer noch höher, weil nicht jeder Übeltäter angezeigt wird.

„Der Trend ist eindeutig: Die Hemmschwellen gegen Personen im öffentlichen Dienst sinken unerträglich“, sagt Arno Keusch. Der 52-Jährige ist Personalrat und Vorsitzender der Kreisgruppe Aachen der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Keusch bekommt häufig Rückmeldungen, dass seine Kollegen Opfer von spuck- und beißwütigen Delinquenten sind. Das passiere regelmäßig bei den Einsätzen im Hambacher Forst, klagt der Polizist. „Aktivisten beißen sich auf die Lippen, bis sie bluten und bespucken uns dann.“ Die Speichelspeier können wegen Körperverletzung und wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt werden.

Das ändert aber nichts an dem Ekel, den die Staatsdiener erleiden müssen. Keusch und seine Gewerkschaft setzen sich dafür ein, dass bundesweit Schutzhauben angeschafft werden. Die durchsichtigen Hauben aus dünner Synthetikfaser sind Spuck- und Beißschutz in einem. In vielen Bundesländern wie auch in NRW wird überlegt, die Hauben, die etwa fünf bis sechs Euro kosten, flächendeckend anzuschaffen.

Vermutlich stehen im Herbst wieder großflächige Polizeieinsätze an, wenn der Hambacher Forst geräumt werden soll. Keusch hat die Hoffnung, dass seine Kollegen spätestens dann mit den Hauben ausgestattet sind.

(pa)
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