Köln: Sprung in den Rhein: Streit um die Ehrung eines Retters

Köln: Sprung in den Rhein: Streit um die Ehrung eines Retters

Wochenlang hat die tragische Geschichte um Ali Kurt ganz Köln bewegt. Bei dem Versuch, zwei Mädchen aus dem Rhein zu retten, war der Mann im vergangenen März ertrunken.

Wurde Kurt zuvor als Held gefeiert, lehnte es nun der Integrationsrat der Stadt Köln jedoch ab, eine Straße oder einen Platz nach Kurt zu benennen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Diese Initiative aus dem familiären Umfeld hatte der Ausschussvorsitzende aufgegriffen und war von der Rathausspitze unterstützt worden. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt.

Vorangegangen war dem laut „Stadt-Anzeiger“ eine Debatte mit recht bizarren Argumenten. So lehnte eine SPD-Vertreterin den Vorschlag mit der Begründung ab, man könne nicht einen Retter ehren und andere nicht. Die Grünen überraschten laut Bericht mit der Position, dass Straßen nur nach Menschen benannt werden sollten, die die Gesellschaft mitgestaltet haben. Nach Auffassung der FDP-Vertreterin habe Kurt gar unvernünftig gehandelt. Ohne einen Rettungsschwimmerschein dürfe man gar nicht in den Rhein springen, um Kinder aus den Fluten zu ziehen.

Am Ende einigte sich der Inte­grationsrat auf einen Kompromiss: Die Stadtverwaltung soll sich Gedanken machen, wie man allen Kölnern, die bei einem Rettungsversuch ihr Leben ließen, angemessen gedenken kann.

(red)
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