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Spielplätze in NRW öffnen wieder: Was ist erlaubt und gesund für die Kinder?

Spielplätze in NRW öffnen : Wichtig für die Gesundheit der Kinder

Endlich wieder mit anderen Kindern spielen: Spielplätze in NRW öffnen am Donnerstag. Viele Eltern sind verunsichert: Was ist erlaubt und was ist gut fürs Kind?

Für die Eltern kleiner Kinder ist es nach Wochen eine Erleichterung: das rot-weiße Flatterband verschwindet, die Spielplätze in Nordrhein-Westfalen dürfen wieder öffnen: Klettern, Schaukeln und Sandkuchen backen. Natürlich greifen auch hier die Corona-Schutzmaßnahmen. Für viele Eltern ist die Spielplatz-Öffnung aber auch mit Fragen verbunden.

Ist das Risiko durch das Virus nicht höher zu bewerten als die Spielplatz-Freiheit?

Die Pädagogin Andrea Weyer vom Kinderschutzbund Aachen findet das Spielen auf dem Spielplatz mindestens genau so wichtig wie Vorsicht und Respekt gegenüber dem Virus. „Den Kindern geht durch die lange Trennung - weil sie nicht mit anderen zusammensein können - so viel verloren, was an kindlichen Bedürfnissen da ist und Einfluss auf die Gesundheit hat.“ Der Austausch mit Freunden, Spaß haben, Spielen, Bewegung, Lernen - das alles sei in den letzten Wochen zu kurz gekommen. Grundsätzlich bestehe dadurch auch die Gefahr von Entwicklungsverzögerungen.

Kann man mit Kindern Abstand einüben?

Ja, sagt die Geschäftsführerin Weyer vom Kinderschutzbund Aachen: Aber nicht, indem man die Ängste der Kinder schürt. „Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass Kinder dazu neigen sich verantwortlich zu fühlen, wenn etwas passiert“, etwa jemand - nicht unbedingt an Corona - erkrankt. Den Abstand könne man spielerisch einüben, etwa mit einem unsichtbaren Fantasietier wie einem Pferd, das nirgendwo anecken darf.

Der Kinderschutzbund werde auf seinem Abenteuerspielplatz auch versuchen, die Fläche in Quadrate einzuteilen, damit die Kinder nicht alle auf einer Stelle spielen. Wenn der Spielplatz eine Grünfläche hat, könnten Kinder auf Abstand auch Ball spielen, schlägt der Geschäftsführer vom Deutschen Kitaverband NRW und Pädagoge Klaus Bremen vor.

Was ist denn überhaupt auf den Spielplätzen erlaubt?

Nach der Coronaschutzverordnung des Landes NRW gelten die Corona-Grundregeln: Begleitpersonen, die keiner Familie oder häuslichen Gemeinschaft angehören müssen 1,5 Meter Abstand halten. In Münster werden an allen Spielplätzen entsprechende Hinweisschilder angebracht. Die örtlichen Behörden können die Nutzerzahl auch begrenzen. Städte wie Münster und Aachen appellieren an die Einsicht und Vernunft der Eltern. Sie wollen die Einhaltung der Regeln von den Ordnungsdiensten stichprobenartig überprüfen. Städte wie Köln und Düsseldorf wollen ihr Konzepte zur Wiedereröffnung noch den Krisenstäben vorlegen.

Männer und Frauen des Ordnungsamtes am Sandkasten, gibt es da keine bessere Idee?

Man könnte überlegen, Patenschaften für die Spielplätze zu vergeben, meint Andrea Weyer vom Kinderschutzbund Aachen, „damit da jemand ein bisschen danach guckt, was da vor sich geht. Es gibt ja viele Sozialberufe, die ihren Job im Moment nicht aufnehmen können.“ Damit hätte man auch einen Ansprechpartner für die Eltern. „Ich glaube die Verunsicherung bei den Eltern ist nach wie vor ziemlich groß. Keiner weiß so richtig, was darf ich und was darf ich nicht.“

(dpa)