Unicef-Projekte im Südsudan: Spenden für Wasser und Bildung

Unicef-Projekte im Südsudan : Spenden für Wasser und Bildung

Der Südsudan kommt seit fast fünf Jahren nicht zur Ruhe. Bewaffnete Auseinandersetzungen, Zwangsrekrutierungen durch Milizen und Krankheiten wie Cholera oder Malaria gefährden das Leben der Kinder in dem afrikanischen Bürgerkriegsland.

Mehr als die Hälfte von ihnen sind von Hunger bedroht und haben keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Sie mussten mit ihren Familien ihr Zuhause verlassen und sind auf der Flucht. Um die Not ein wenig zu lindern, galt die 25. Weihnachtsaktion, die unsere Zeitung traditionell mit Unicef durchführt, im vergangenen Jahr den Kindern im Südsudan. Rund 420.000 Euro kamen zusammen, jetzt hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen seinen Projektbericht vorgestellt.

„Unicef dankt den Leserinnen und Lesern herzlich für ihre großzügigen Spenden“, heißt es da gleich zu Beginn: „Ihre Unterstützung hat einen wichtigen Betrag geleistet, um Kinder mit wichtigen Hilfsgütern wie Nahrungsmittel, Wasser und Impfstoffe zu versorgen.“

Die schlechte Ernährungslage habe sich 2018 erneut zugespitzt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei betroffen. „Unicef arbeitet mit Hochdruck daran, die Versorgung der vielen betroffenen Kindern zu verbessern – die Unterstützung aus Aachen war dafür unverzichtbar“, schreibt Claudia Berger von Unicef Deutschland. Die Spenden unserer Leser flossen in den vergangenen zwölf Monaten in diverse Projekte im Südsudan, die das Kinderhilfswerk mit seinen Partnern vor Ort betreut. Dazu gehörte von Oktober 2017 bis September 2018 die Versorgung von mehr als 210.000 schwer mangelernährten Kindern mit therapeutischer Zusatznahrung – etwa Spezialmilch und Erdnusspaste, die als großer Energielieferant geschwächten Kindern wieder zu mehr Kraft verhelfen soll. Im Rahmen sogenannter „Rapid Response Missions“ wurden Familien, die an schwer erreichbaren oder umkämpften Orten Zuflucht gesucht haben, mit Hygieneartikeln und Tabletten zur Wasserreinigung unterstützt. Eingesetzt wurden die Spendengelder auch zur Versorgung mit Frischwasser. Mehr als 550.000 Kindern und deren Familien konnte durch den Transport von Wasser, das Wiederherstellen von Wasserstellen, die Installation von solarbetriebenen Pumpen, Kläranlagen und Wasseraufbereitungsanlagen geholfen werden. An die Adresse unserer Leserinnen und Leser schreibt Unicef zudem: „In der ersten Jahreshälfte 2018 hat Ihre Unterstützung beispielsweise dazu beigetragen, dass in 55 Schulen Latrinen errichtet wurden.“

Ein schöner Erfolg der Spendenbereitschaft der Menschen in unserer Region ist auch die Tatsache, dass über eine halbe Million Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 18 Jahren Zugang zu Bildung und frühkindlicher Förderung ermöglicht wurde. „Schule ist in Krisensituationen mehr als ein Ort zum Lernen, denn der Untericht gibt Mädchen und Jungen durch einen geregelten Alltag auch Halt und Sicherheit“, betont Claudia Berger.

Weiter hat Unicef gemeinsam mit seinen Partnern großangelegte Impfkampagnen durchgeführt. Zwischen Oktober 2017 und September 2018 seien so mehr als 822.000 Kinder allein gegen Masern geimpft worden. Zudem hat das Kinderhilfswerk 2017 mehr als 240.000 Kinder psychosozial betreut. Unter anderem wurden kinderfreundliche Orte errichtet sowie Schul- und Gemeinschaftsaktivitäten gefördert.

(red)