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Sormas: Corona-Software aber noch nicht überall

Countdown läuft : Corona-Software aber noch nicht überall

Gut eine Woche vor der geplanten landesweiten Einführung von „Sormas“ sind in NRW rund ein Drittel der Gesundheitsämter bei der Corona-Software noch nicht im Boot.

Von den 53 Gesundheitsämtern hätten 38 die einheitliche Software zur Kontaktnachverfolgung installiert oder nutzten sie bereits, berichtete das Wirtschaftsministerium am Freitag auf dpa-Anfrage. Damit habe sich die Zahl der Installationen allein in den vergangenen zwei Wochen fast verdoppelt.

„Mit den verbliebenen Gesundheitsämtern sind wir in intensivem Austausch, damit diese bis Ende Februar sormasfähig werden. Wir sind optimistisch, dass uns das auch gelingt“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Der Bund habe eine Funktionserweiterung freigegeben, die eine erhebliche Verbesserung für die Arbeit der Ämter bedeute. Das Land behalte sich vor, die Sormas-Nutzung notfalls per Erlass anzuordnen, hatte Pinkwart jüngst angekündigt.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sind unter den Kommunen, die „Sormas“ nutzen oder sich dafür rüsten, etwa Düsseldorf, Essen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Gelsenkirchen, Hamm, Hagen, Herne, Münster, Oberhausen, Mönchengladbach, Solingen und Wuppertal. Köln fehlt in der am Freitag veröffentlichten Liste für den Düsseldorfer Landtag, die den Stand vom 16. Februar wiedergibt und 33 Kommunen umfasst.

Mitte Januar hatten Bund und Länder die Einführung deutschlandweit bis Ende Februar beschlossen. Von kommunalen Spitzenverbänden waren Kritik gekommen. Laut Landkreistag NRW haben unter den 31 Gesundheitsämtern der Kreise fünf Ämter „Sormas“ installiert und 13 Kreise seien „aufgeschlossen“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage am Freitag mitteilte.

Die 13 weiteren Kreisgesundheitsämter seien aber weiter zurückhaltend, auch weil die „von ihnen bereits genutzten Software-Lösungen in anderen Bezügen Mehrwerte haben, die mit "Sormas" nicht mehr bestünden.“ In einigen Punkten bedeute die neue Software Nachteile oder gar einen Rückschritt aus Sicht der Skeptiker. Eine Anordnung des Landes per Erlass wäre „ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltungsfreiheit, für die es nach unserer Einschätzung derzeit keine gesetzliche Grundlage gibt“, meinte der Verband.

(dpa)