Honigernte in NRW: Sommer kompensiert schlechten Ertrag im Frühjahr

Honigernte in NRW : Sommer kompensiert schlechten Ertrag im Frühjahr

Im Frühjahr mussten die Imker Nordrhein-Westfalens wegen des schlechten Wetters eine ernüchternd schwache Honigernte hinnehmen. Im Sommer hat sich der Ertrag nun wieder normalisiert. NRW lag im Sommer sogar über dem Bundesschnitt.

Aufatmen bei den Imkern in Nordrhein-Westfalen: Nach der enttäuschenden Frühtracht haben sie in diesem Sommer wieder deutlich mehr Honig geerntet. Die Sommererträge hätten im normalen Bereich gelegen und das schwache Frühjahr kompensiert, sagte Christoph Otten, Leiter des Fachzentrums Bienen und Imkerei, am Mittwoch. Das unter anderem für NRW zuständige Fachzentrum liegt im rheinland-pfälzischen Mayen.

Im Schnitt brachte jedes abgeerntete Bienenvolk mit der Sommertracht 22,5 Kilo Honig ein und damit etwa ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor (16,7 Kilo), wie eine Umfrage des Fachzentrums ergab. Der NRW-Schnitt lag damit deutlich über dem Bundesschnitt von 18 Kilo Honig pro abgeerntetem Volk. 1708 Imker aus NRW hatten an der Umfrage teilgenommen.

Im Frühjahr hatten die Imker wegen des schlechten Wetters mit 13,4 Kilo Honig noch ein Drittel weniger Honig geerntet als im Jahr zuvor. Auffällig war zudem, dass im Frühjahr jeder vierte Imker (27 Prozent) in Erwartung mickriger Ergebnisse auf die Ernte verzichtet und den Honig im Bienenstock gelassen hatte. Im Sommer verzichteten nun nur noch gut fünf Prozent der Imker auf die Honigernte.

Insgesamt könnten die Imker in NRW zufrieden sein, so Otten. Es gebe allerdings deutliche regionale Unterschiede. So stehe der Süden des Landes sehr viel besser da als der Norden.

„Das Jahr hat sich positiv gedreht“, sagte auch Dirk Franciszak, Vorsitzender des Imkerverbands Rheinland. Ein Grund dafür sei in der Region Köln vor allem, dass es den für die Honigernte wichtigen Linden im Juni und Juli gut gegangen sei. So habe die Sommerernte die schwache Ernte des Frühjahrs zwar nicht komplett ausgleichen, aber immerhin etwas abfedern können.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen es im Sommer sehr trocken war, fiel die Ernte laut Franciszak erfreulicher aus. Es habe einige Niederschläge gegeben, so dass die Bodenfeuchtigkeit besser gewesen sei, so auch Otten.

In NRW gibt es schätzungsweise 17.500 Imker, 9000 davon in Westfalen und Lippe und 8500 im Rheinland. In den meisten Fällen sind es Freizeit-Imker.

(dpa)
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