Köln: Sicherheit Alaaf: Köln feiert unter Polizeischutz Silvester

Köln : Sicherheit Alaaf: Köln feiert unter Polizeischutz Silvester

Ein Jahr nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht sind die Feiern zum neuen Jahreswechsel in der Stadt zunächst friedlich angelaufen. „Bisher gab es keine Zwischenfälle”, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstagabend.

„Die Einsatzkräfte sind sehr gut vorbereitet in die gesamte Einsatzlage hinein gegangen.” Die Kölner Polizei bot rund 1500 Beamte auf - etwa zehnmal so viele wie vor einem Jahr. „Ich glaube, es gehört zur polizeilichen Professionalität, dass eine Anspannung da ist”, sagte Mathies.

Auf der Kölner Domplatte inszenierte der Berliner Lichtkünstler Philipp Geist eine Multimedia-Show. Foto: dpa.

Am Kölner Hauptbahnhof sind der Polizei in der Silvesternacht rund 1000 Personen aufgefallen, die nun kontrolliert werden. Die meisten von ihnen seien augenscheinlich nordafrikanischer Herkunft, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstagabend. Zudem seien knapp 300 Personen am Deutzer Bahnhof aus einem Zug geholt worden, die jetzt überprüft würden. Die Kölner Polizei habe zusätzliche Verstärkung angefordert, sagte Mathies.

Was die jetzt kontrollierten Männer vorhätten, sei noch unklar, sagte Mathies. „Sie werden von uns befragt, und wir werden ihre Identität feststellen. Es wird keiner zu früh gehen.” Allerdings würden die Beamten mit Augenmaß vorgehen. „Ich hatte vorher bewusst eine niedrige Einschreitschwelle angeordnet.”

In der zurückliegenden Silvesternacht war es zu massenhaften sexuellen Übergriffen und chaotischen Zuständen am Kölner Hauptbahnhof gekommen. Unter den Beschuldigten waren viele Flüchtlinge - Köln geriet weltweit in die Schlagzeilen. Polizei und Stadt wollten Ähnliches in diesem Jahr unbedingt verhindern.

Dazu gehörte auch eine genaue Beobachtung der sozialen Netzwerke, wie Mathies sagte. „Da müssen wir genau sehen, was wir von einzelnen Informationen auch tatsächlich halten. Das beobachten wir.” Er gehe davon aus, das man schnell über ernstzunehmende Entwicklungen informiert werde - und dann auch schnell reagieren könne.

Der Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Wolfgang Wurm, sagte, man habe bislang auch keine Erkenntnisse, dass ernsthafte Gefahr im Verzug sei. „Es gilt aber weiterhin ganz klar die Linie: Präsenz, klare Ansprache und beim Erkennen von Straftaten sofortiges, sehr klares Einschreiten.”

Auf der Kölner Domplatte inszenierte der Berliner Lichtkünstler Philipp Geist eine Multimedia-Show. Dabei wurden Wörter auf den Boden und an Häuser projiziert, die die Kölner in den Tagen zuvor vorgeschlagen hatten - etwa „Anstand” und „Erinnerung”. Der Boden unter den Füßen driftete langsam weg, so die Illusion. Aus Lautsprechern tönten sphärische Klänge.

Wer auf die Domplatte wollte, musste sich allerdings Einlasskontrollen unterziehen. Rund um die Kathedrale wurde eine Zone eingerichtet, in der Feuerwerk verboten war. Neu installierte hochauflösende Videokameras übertrugen Bilder vom Vorplatz des Hauptbahnhofs live ins Polizeipräsidium. Zudem gab es mehrere Straßensperren. Nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wurden unter anderem Betonklötze aufgestellt, um zu verhindern dass Lastwagen in Menschenmengen fahren können.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten