Aachen: Seine Erkenntnisse haben Rheumakranken sehr geholfen

Aachen : Seine Erkenntnisse haben Rheumakranken sehr geholfen

Im Rahmen des 42. Aachener Rheumaseminars der Rheumaklinik Aachen fand die Verleihung der Franziskus-Blondel-Medaille statt. Im Weißen Saal des Aachener Rathauses wurde mit Gerd Rüdiger Burmester ein Rheumatologe von der Berliner Charité ausgezeichnet, der zu den international bekanntesten Medizinern in seinem Fachgebiet gehört.

Die Franziskus-Blondel-Medaille ist eine Auszeichnung der Stadt Aachen für herausragende Verdienste in der Rheumatologie. In einem Festakt verlieh die Erste Beigeordnete der Stadt, Annekathrin Grehling, diese Medaille und sprach die Laudatio auf Burmester: „Der Chefarzt der Internistischen Rheumatologie an der Charité Berlin ist ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Rheumatologie. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse haben wesentlich dazu beigetragen, die Situation der Rheumakranken zu verbessern.“

Dies sei für die 20 Millionen Menschen bedeutsam, die in der Bundesrepublik an den verschiedenen rheumatischen Krankheiten leiden. Gewürdigt werden mit der Aachener Medaille neben Professor Burmesters Ergebnissen in der Grundlagenforschung auch seine exzellenten klinisch orientierten Publikationen.

Burmester wurde 1953 in Hannover geboren und machte dort auch sein Abitur. Anschließend studierte er sechs Jahre an der Medizinischen Hochschule Hannover Medizin und promovierte.

Durch ein Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde ihm der Forschungsaufenthalt an der Rockefeller University New York ermöglicht. Am Institut für Klinische Immunologie und Rheumatologie und an der Medizinischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg wurde Professor Burmester zum Arzt für Innere Medizin ausgebildet. 1990 wurde er zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit berufen.

Drei Jahre später wechselte Burmester an die Medizinische Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort ist er seitdem Universitätsprofessor für Rheumatologie und Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie. 2001 wurde er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Viele Mitgliedschaften

Burmesters Arbeitsgebiete sind die klinische und experimentelle Rheumatologie, die klinische Immunologie, die Mechanismen entzündlicher rheumatischer Erkrankungen und die Immuntherapie. Viele Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen und wissenschaftliche Auszeichnungen markieren seine beeindruckende Vita.

Grehling verwies in ihrer Laudatio darauf, dass es heute leider zu wenig rheumatologische Fachärzte gibt. Umso wichtiger sei es, die Fachkräfte zu bündeln und spezifischer auszulasten. Dabei verwies sie auf das in Aachen entwickelte neue Rheumaportal „RhePort.de“.

Darin arbeiten Rheumatologen aus den Praxen im Westen Nordrhein-Westfalens, aus dem Medizinischen Zentrum der Städteregion Aachen als Akutklinik und aus der Schwertbad GmbH als Rehabilitationsklinik zusammen.

„Dieses Portal hat bei der weiteren Kooperation auch mit den universitären Strukturen die große Chance und Aufgabe, die rheumatologische Versorgung der Bevölkerung weiter zu verbessern. Es ist wichtig, dass alle Partner in der Versorgung der Rheumakranken aktiv tätig bleiben“, betonte Grehling.

Ihre Äußerungen bezogen ausdrücklich auch das Schwertbad unter der neuen Trägerschaft mit ein. Die Stadt könne diese Fortentwicklung zwar nicht initiieren, werde sie aber mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln tatkräftig unterstützen.

Die Franziskus-Blondel-Medaille wird seit 1977 von der Stadt Aachen verliehen. Die Auszeichnung geht zurück auf Dr. Franziskus Blondel, den im Jahre 1686 ernannten ersten Stadtarzt, Brunnen- und Badeinspektor von Aachen.

Und die Beigeordnete Annekathrin Grehling bekräftigte: „Die Hoffnung ist berechtigt, dass in Aachen nach dem Grundlagenwerk des Aachener Stadtmedicus Franziskus Blondel im 17. Jahrhundert auch heute Aachener Mediziner einen Meilenstein in der Fortentwicklung der Rheumatologie setzen können.“