Aachen/Düren/Heinsberg: Schwere Unwetter halten Feuerwehren in Atem

Aachen/Düren/Heinsberg : Schwere Unwetter halten Feuerwehren in Atem

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, beschädigte Dächer: Schwere Unwetter haben in der Nacht zum Freitag Feuerwehr und Polizei in der Region in Atem gehalten. Vor allem in der Eifel, in Aachen und im Nordkreis mussten die Einsatzkräfte zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr immer wieder ausrücken - es gab Sturm- und Wasserschäden aller Art.

Dass es keine ruhige Nacht werden würde, hatte sich schon in den Abendstunden abgezeichnet: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab gegen 20 Uhr eine Unwetterwarnung für die Städteregion Aachen und den Kreis Düren heraus. Und so kam es auch. Die gute Nachricht vorweg: Es gab keine Verletzten und auch der Sachschaden hielt sich in Grenzen.

Am stärksten vom Unwetter betroffen war die Eifel: In Simmerath und Monschau wurden Straßen überflutet und Gullideckel weggeschwemmt und Keller überflutet. Am Burgring in Monschau kam es zu einem Geröllabgang. Die Poliei sicherte das Gelände, der Bauhof muss die Gesteinsmassen nun beseitigen.

In Reifferscheid stürzte ein Baum auf das Haus einer betreuten Jugendwohngruppe. In Hellenthal drohte eine Schreinerei vollzulaufen, die Einsatzkräfte konnten aber rechtzeitig eingreifen. Auf der Bundesstraße 266 bei Einruhr sorgte ein vollgelaufener Kanal für Probleme. In vielen Städten und Gemeinden fiel der Strom aus. Insgesamt 30 Einsätze in Monschau, Simmerath und Mützenich notierte die Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Simmerath.

Auch in Aachen mussten Feuerwehr und Polizei zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Straßen waren überflutet, Gullideckel machten sich selbständig. Auf der Krefelder Straße sprudelte das Wasser auf Höhe des alten Tivoli aus der Kanalisation. Auf der Münsterstraße und der Stolberger Straße knickte der Wind Bäume ab, die auf die Fahrbahnen stürzten.

In Würselen kam es zu einer Überflutung auf Höhe des Teuterhofs, in Herzogenrath mussten im Wurmtal abgerissene Äste von der Fahrbahn geräumt werden. In Alsdorf flog eine Baustellenabsperrung im Sturm davon.

Ruhig sah es dagegen in den Kreisen Düren und Heinsberg aus: Viel Regen, aber keine größeren Probleme. „Für uns gab es keinen Handlungsbedarf“, sagte ein Sprecher der Polizei Düren am Freitagvormittag.

Das Unwetter wirkte sich vielerorts auch auf den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen aus: Mehrere Strecken hatte der Starkregen unterspült. Bei Königswinter am Rhein brach Erdreich auf die Schienen. Der Verkehr war dadurch bis zum Freitagmorgen gegen 6 Uhr gestört, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstag auch vor Tornados gewarnt. „Die erwarteten Orkanböen blieben aber aus”, sagte Meteorologin Cornelia Urban vom Deutschen Wetterdienst der dpa. Nur in der Eifel wurde in der Nacht eine Böe mit rund 100 Stundenkilometern gemessen.

(red/dpa)
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