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Schwarzmarktwert 31 Millionen Euro: 451 Kilogramm Kokain entdeckt

Schwarzmarktwert 31 Millionen Euro : 451 Kilo Kokain gefunden

Anfang Juli machten Arbeiter im Rheinland beim Entladen eines Containers einen erstaunlichen Fund: Auf der Ware lagen Sporttaschen, darin große Mengen Kokain.

Kokain im Schwarzmarktwert von etwa 31 Millionen Euro hat der Zoll in einem Überseecontainer im Rhein-Kreis Neuss sichergestellt. Entdeckt wurden am 1. Juli in Jüchen insgesamt 451 Kilogramm Kokain, wie das Zollfahndungsamt Essen am Freitag mitteilte. Es handele sich um die größte jemals vom Zoll in NRW entdeckte Kokainmenge.

Die Drogen waren in ziegelgroßen Blöcken in 13 Sporttaschen deponiert. Nach ersten Ermittlungen befand sich der verplombte Container auf dem Seeweg von Brasilien nach Rotterdam. Entdeckt wurden die Taschen auf dem Gelände eines Firmen-Verteilzentrums bei der Inspektion des Containers durch Mitarbeiter. Die Firma verständigte den Zoll.

Der legale Inhalt bestand aus Klebstoffen. Die Zollfahnder gehen davon aus, dass das Rauschgift in Südamerika produziert wurde. Der genaue Ort ist noch unbekannt. Die Ermittlungen zu den Absendern und den Empfängern dauern an.

Im vergangenen Jahr beschlagnahmten die Zollfahnder in NRW unter anderem außerdem fast zehn Kilogramm sogenannte Neue Psychoaktive Substanzen. „Hierbei werden oft Kräuter, Pulver, Tabletten oder Kapseln mit synthetischen Wirkstoffen (NPS) versetzt und als "legale" Stimulanzien im Internet angeboten“, berichtete die Behörde. Seit geraumer Zeit würden auch synthetische Cannabinoide auf weitestgehend wirkstofffreien Hanf aufgebracht. Legaler Hanf werde dazu in die Niederlande gebracht, dort mit NPS versetzt und als chemisches Rauschmittel zurücktransportiert.

Der Zoll warnte vor dem Konsum dieser Stoffe: „Weder Art noch Konzentration noch Wirkungsweise dieser gefährlichen chemischen Zusatzstoffe sind für die Cannabis-Konsumenten hierbei erkennbar, kontrollierbar oder abschätzbar“, sagte der ständige Vertreter der Leitung des Zollfahndungsamtes, Stefan Muhr. „Die Gefahr für Konsumenten besteht darin, ohne es zu wollen, einen gefährlichen Chemiecocktail zu erhalten.“

(dpa)