Aachen/Düsseldorf: Schwarzgeld: Selbstanzeigen steigen auch in der Region Aachen

Aachen/Düsseldorf: Schwarzgeld: Selbstanzeigen steigen auch in der Region Aachen

Im Februar haben sich in Nordrhein-Westfalen so viele Steuerhinterzieher selbst angezeigt wie in keinem anderen Monat zuvor. 956 Bürger meldeten sich bei den zehn Steuerfahndungsbehörden des Landes.

Bei der Steuerfahndung Aachen, die für die Kreise Düren und Heinsberg und die Städteregion Aachen zuständig ist, erstatteten im Januar und Februar 109 Bürger Selbstanzeige.

Trotz dieser Flut von Selbstanzeigen fordert NRW-Finanzminister Norbert Walter Borjans (SPD) ein härteres Vorgehen gegen Steuerkriminalität. „Steuerhinterzieher betrügen den Staat und damit uns alle“, teilte Walter-Borjans Anfang der Woche mit. Wer sich selbst anzeige, dürfe beim Begleichen seiner Steuerschuld nicht günstiger davon kommen als die, die von vornherein ehrlich waren.

Seit 2008 hat das Land Nordrhein-Westfalen acht Steuer-CDs aus der Schweiz gekauft, teils gegen massive Widerstände der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung. Doch der Erfolg gibt dem Finanzministerium recht: Seit 2010 haben sich in NRW 13.192 Menschen selbst angezeigt, davon 825 aus unserer Region bei der Aachener Steuerfahndung.

„Die aktuellen Zahlen lassen auf ein in dieser Größenordnung nicht vermutetes Ausmaß an Steuerbetrug in der Mitte der Gesellschaft schließen, das noch lange nicht ausgeleuchtet ist“, sagte Walter-Borjans. Die mit dem Ankauf der Steuer-CDs verbundenen Mehreinnahmen schätzt Walter-Borjans auf fast eine Milliarde Euro allein in Nordrhein-Westfalen. In ganz Deutschland haben sich seit 2010 fast 60.000 Steuerhinterzieher selbst angezeigt.

(gego)
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