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Aachen/Düren/Heinsberg: Schülerwettbewerb Netrace: Zehn Siegerteams und 1700 Gewinner

Aachen/Düren/Heinsberg : Schülerwettbewerb Netrace: Zehn Siegerteams und 1700 Gewinner

Es ist schon gemein. Da kämpft man sich vier Quiz-Runden lang durch die schwierigsten Aufgaben, erfährt am Ende, dass man gewonnen hat — und muss denn wochenlang warten, um zu erfahren, auf welchem Platz man gelandet ist. Beim Netrace, dem Schülerwettbewerb von NetAachen und unserer Zeitung, geht es eben nicht nur um Lesefähigkeit, Medienkompetenz und Teamgeist, sondern auch um Durchhaltevermögen und Geduld.

Erst am kommenden Samstag werden sie auf der Siegesfeier in der Abenteuerhalle „diehalle“ ihre Platzierung erfahren, die zehn Teams auf dieser Seite. Eine der Gruppen wird mit einem Scheck über 1000 Euro nach Hause fahren, die Zweit- und Drittplatzierten mit je 750 Euro. Dann gibt es noch zweimal 500 Euro und für die Plätze 7 bis 10 noch je 250 Euro.

Team „Super7“, Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf. Die Siebtklässler mit ihrer Lehrerin Klaudia Kues zählen ebenfalls zu den jüngsten Teams im Feld. Im vergangenen Jahr schafften sie es auf Platz 7.

Gewonnen haben aber auch noch andere: nämlich die restlichen 180 der 190 Teams, die im vergangenen Herbst an den Start des elften Netrace gegangen sind. Es waren rund 1700 Schüler von 53 Schulen aus der Region dabei.

Team „pjsheroes“, Peter-Jordan-Schule Hückelhoven. Vorne, von links: Jakob Wilms, Patrick Kox, Rachid Barrak, Tyler Gardiner, Philipp Jakob, Timo Granderath. Dahinter Hagen Krüger, Jacqueline Klemke, Lea Grüters, Noah Smeets, Marlon Fischer und Lena Croonen. Rechts Lehrer David Mohr und Integrationskraft Andrea Ashauer. Es fehlt Delian Tonkin.

Zu Hause getroffen

Team „No Name Products“, Pius-Gymnasium Aachen. Auch diese Schule ist nicht zum ersten Mal beim Netrace dabei gewesen. Vorne, von links: Luisa Vossen, Judith Quinker, Laura Aquilar, Luisa Emonds-pool, dahinter Jakob Holschbach, Philipp Jacquemain, Florian Püllen und June Kreutz. Vorne rechts ihr Lehrer Ralf Hillemacher.

Spannend ist zu beobachten, wie unterschiedlich die Gruppen an ihr Ziel kommen. Jedes Team hat seine eigene Methode. Die einen wühlen sich im Computerraum durch die Fragen, die anderen wollen eine möglichst schulfreie Umgebung.

Team „Klasse 7b“, Kupferstädter Gesamtschule Stolberg. Die Gruppe von Lehrerin Claudia Titz, rechts, hat einige der jüngsten Teilnehmer des elften Netrace. Foto: Heckert

„Wir haben in unserer Freizeit zu Hause gearbeitet“, erzählt Janina Freund von den „Regenbogenwürmern“ der Viktoriaschule Aachen. Die Gruppe traf sich bei den Teammitgliedern Dorina und Johanna W.* und ging dort mit allem ins Internet, was onlinefähig ist: Laptops, Handys, Computer. „Wir haben eine eigene Art entwickelt, wie wir an die Informationen herankommen“, sagt Johanna W.*. Die Gruppe aus Schülerinnen der sechsten bis achten Jahrgangsstufen ist schon zum dritten Mal beim Netrace dabei und hat Erfahrung. „Fake News“, unseriöse Nachrichten, zu erkennen, war für sie kein Problem.

Team „KitKat“, Anne-Frank-Gesamtschule Düren. Vorne, von links: Gina Müller, Dilan Esen, Julie Genitelli, Celina Aksoy, Laura Cremer, Hatun Recberlik, Fabian Brzezi. Dahinter Marvin Köhl, Mikail Kiraz, Mika Pütz, Jason Lindner, Jan Kück, Noah Hölze, Lennia Schröder und Alina Horst. Rechts vorne ihre Lehrerin Rike Enßlin.

Anderswo wird zwar im Unterrichtsraum geackert. Doch auch das kann angenehm sein, berichtet Lehrer Heiko Bodonge vom Team „Motivianer“ der Bischöflichen Marienschule Aachen. „Wir haben eine Kultur des Zelebrierens entwickelt“, erklärt der Pädagoge, der das Team „Motivianer“ coacht.

Team „Die Hueckelhoerner“, Gymnasium Hückelhoven. Vorne, von links: Timur Karabulut, Eray Karaca, Luke Müller, Joshua Thoms, Carolina Schommertz, Ava Hildebrand, Kira Bozik. Dahinter Alexander Thelen, Eric Kensy, Elias Kisser, Fabian Buchholz, Robin Marticke, Marinela Zabeli und Angelika Dege. Rechts Lehrer Michael Lehnen.

Obst, Traubenzucker, Schokolade

Team „Elativos“, Europaschule Herzogenrath. Von links: Katja Rheinländer, Fiona Ewen, Anika Pelz, Lilly Emunds, Kathrin Müller und Annalena Kocksch. Rechts die Lehrer Peter Eicker und Daniel Küsters. Beim Fototermin nicht dabei: Gina Carlier-Bertino, Lea Blauth und Milena Ostermann.

Wenn das Netrace läuft, genehmigen sich die Schüler erst einmal Nervennahrung: Obst, Traubenzucker, Schokolade, Erfrischungsgetränke. „Dann schließen wir uns ein, es gibt den Tag nichts anderes als Netrace und die Schüler beißen sich in die Fragen.“ So steht die Gruppe, mit drei aktiven Teilnehmern die kleinste im Feld, auch Situationen durch, die zart besaitete Seelen zur Verzweiflung treiben würden.

Team „Motivianer“, Bischöfliche Marienschule.

Bodonge: „Zwischendurch ist uns einmal die komplette IT ausgefallen, da mussten wir auf den letzten Drücker einen Computerraum organisieren und unter großem Zeitdruck die Fragen beantworten.“ Die Schüler schoben dafür klaglos Überstunden bis in den Nachmittag hinein. Beim Netrace wächst so mancher über sich hinaus.

Team „Regenbogenwürmer“, Viktoriaschule Aachen. Von links: Dorina Wedel, Maya Auerbach, Lena Dung, Janina Freund, Johanna Wedel, Julia Schaffrath und Lehrer Georg Richter.

Siebtklässler hatten Blut geleckt

Und wird am Ende schon einmal von sich selbst überrascht. So wie das Team „Elativos“ von der Europaschule Herzogenrath. Den Sieg hatten sie nach vier Fehlerpunkten in der ersten Finalrunde schon fast abgeschrieben. „In der zweiten Runde haben wir aber noch einmal reingehauen“, erzählt Lehrer Daniel Küsters. Mit Erfolg. „Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dass es noch geklappt hat.“

Dabei hatte es gerade der letzte der vier Durchgänge in diesem Jahr richtig in sich. „Die letzte Runde war richtig schwer, gerade in punkto Leseverstehen“, bilanziert Lehrerin Klaudia Kues von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, seit vielen Jahren beim Netrace dabei. Doch ihre Siebtklässler zogen die Sache durch: „Die hatten Blut geleckt.“

Das hatte auch Claudia Titz von der Kupferstädter Gesamtschule Stolberg mit ihrer Klasse 7b so erlebt. „Toll, wie alle mitgezogen haben“, sagt sie. „Das war Adrenalin pur.“

Bouldern, Slackline, Parkour, Ninja Warrior, Schnitzelgrube

Für die anspruchsvollen Aufgaben bedanken können sich die Teilnehmer beim medienpädagogischen Institut Promedia Maassen aus Alsdorf. Dort wurde das Netrace erfunden, dort wird es Jahr für Jahr organisiert. Um für jede Runde ebenso interessante wie abwechslungsreiche Fragen zu finden, bringt sich das ganze Promedia-Team ein. „Wer immer eine Anregung hat, gibt sie weiter“, berichtet Netrace-Koordinatorin Marianne Weiß. Ihre Kollegin Julia Vallet ist dann diejenige, die für das Ausformulieren der Fragen verantwortlich ist.

Zum Schluss werden die Fragen noch einmal intensiv durchgetestet. „Das Worldwide Web ist so riesig geworden, dass man oft inzwischen Tausende von Ergebnissen findet“, sagt Marianne Weiß. Darum gibt es auch oft eine Vielzahl richtiger Antworten. Kein Problem: Das Promedia-Team prüft jede eingesandte Lösung auf Plausibilität.

Am Samstag wird die Spannung ein Ende haben. Vorher steht aber noch Spaß auf dem Programm: In der Abenteuerhalle „diehalle“ in Aachen können die Netrace-Aktiven in ganz andere Aktivitäten hineinschnuppern: Bouldern, Slackline, Parkour, Ninja Warrior, Schnitzelgrube oder Trampolinspringen. Das Netrace besteht nun einmal aus Action — bis zur letzten Minute.

* Familienname nachträglich auf Wunsch der Eltern gekürzt