Neun Sommer-Momente: Schmuddelige Störche und bedeckte Bäuche im Dom

Neun Sommer-Momente : Schmuddelige Störche und bedeckte Bäuche im Dom

Ob an den Küsten, im Kölner Dom oder an den Alpen - überall gibt es dieser Tage besondere Momente des Sommers zu sehen.

KÖLNER DOM: Spärlich bekleidete Besucherinnen und Besucher müssen sich im Kölner Dom auch an heißen Tagen mit einem Tuch bedecken. Die Tücher würden von den Domschweizern, den Ordnungshütern im Dom, ausgegeben, sagte am Dienstag Domsprecher Markus Frädrich. „Die Tücher-Regelung gilt sowohl für Frauen als auch für Männer, die knapp bekleidet den Dom betreten“, sagte Frädrich. Wenn Männer in einer Art Unterhemd oder gar mit freiem Oberkörper kämen, müssten sie sich auch bedecken. „Das Bedecken von Schultern und Bauch ist eine kleine, aber feine Geste, mit der deutlich wird, dass man den profanen Raum verlässt und einen sakralen Raum betritt.“ Die Tücher werden am Ausgang wieder abgegeben. Das Tragen von Shorts sei kein Problem.

STÖRCHE: Der Storch mag seinen Sonnenschutz anrüchig. Der Vogel bespritzt nämlich seine Beine bei hohen Temperaturen mit flüssigem Kot. „Das im Kot enthaltene Wasser entzieht dem Körper beim Verdunsten Wärme“, teilte der Bayerische Jagdverband am Dienstag in Feldkirchen bei München mit. Auch der Hirsch mag es wie das Wildschwein eher schmutzig: Zur Erfrischung an heißen Tagen suhlen sich die Tiere in matschigen Pfützen. Der Schlamm bleibt dem Jagdverband zufolge an den Borsten hängen und kühlt die Haut. Die dicke Schlammkruste sei gleichzeitig Mückenschutz.

RAUPEN: Trotz großer Hitze bleibt ein Freibad in Dortmund vorerst geschlossen - der Eichenprozessionsspinner mit seinen gefährlichen Härchen vermieste hier am Hitze-Dienstag das Badevergnügen. Das Freibad Stockheide sei zur Zeit gesperrt, weil im angrenzenden Hoeschpark viele Bäume mit den Nestern der Raupe befallen seien, sagte ein Sprecher der Stadt. Die umherfliegenden Brennhaare der Eichenprozessionsspinner sind giftig und können zu Atemnot, Hautreizungen und im schlimmsten Fall zu allergischen Schocks führen.

SCHUTZ UND FRISCHE: Sonnenhut mal anders - in Köln brannte die Sonne so sehr vom Himmel, dass einige Schüler zu einem ungewöhnlichen Sonnenschutz griffen. Sie setzten sich bei einem Spaziergang am Rhein Feldmarkierungen - also orangefarbene Plastikhütchen - auf die Köpfe. Im Berliner Tiergarten erfrischten sich Mensch und Hund derweil unter Rasensprengern.

HITZEFREI: ...gab es am Dienstag für Kutschpferde im österreichischen Innsbruck. Die Fahrer der rund 20 Fiaker hätten die Tiere in die Ställe gebracht, sagte ein Sprecher der Stadt. Seit diesem Jahr gilt für den Einsatz der Fiaker eine Obergrenze von 32 Grad. In Wien erhalten Fiaker-Pferde ab 35 Grad hitzefrei. Diese Temperatur könnte in Österreichs Hauptstadt am Mittwoch erreicht werden.

IM VERKEHR: Autofahrer müssen sich auf einigen Straßen auf Tempolimits einstellen. Der Grund: Die Gefahr sogenannter Blow-ups. Nebeneinander liegende Betonplatten können sich bei großer Hitze nicht ausreichend ausdehnen, wenn die Abstände zwischen ihnen nicht elastisch genug sind. Dann können sie sich übereinander schieben, aufwölben oder gar aufplatzen - eine potenziell erhebliche Unfallgefahr. Betroffen waren beispielsweise die A7 bei Stuttgart und die Autobahnen 9 und 38 im Süden von Sachsen-Anhalt.

BEI DEN NACHBARN: In der französischen Hauptstadt Paris wurden in öffentlichen Einrichtungen klimatisierte Erfrischungsräume eingerichtet, Schwimmbäder und öffentliche Duschen bleiben länger geöffnet. An Schulen wurden Ventilatoren installiert und Wasserflaschen verteilt. In Teilen des Landes sollen Schulen am Ende der Woche ganz geschlossen bleiben. Bereits am Montag wurden die für diese Woche angesetzten Abschlussprüfungen der Sekundarschule auf die kommende Woche verschoben.

SAHARA-HITZE: Temperaturen, wie sie gerade in Deutschland Gesprächsthema Nummer eins sind, sind für die Menschen in der Sahara und der arabischen Welt Alltag. In Aswan im Süden Ägyptens herrschten am Dienstag etwa Höchsttemperaturen um die 45 Grad Celsius, im Wüstenort Sabha in Libyen wurden 39 Grad gemessen. Etwas weiter südlich der großen Wüste wird es dann schon kühler: Denn südlich des Äquators ist momentan Winter. Etwa in der kenianischen Hauptstadt Nairobi war es am Dienstag bewölkt mit maximal 20 Grad.

WIMMELBILD: So sehen Fotos derzeit von den Stränden an den deutschen Küsten aus. Zum Beispiel am Ostseestrand auf Rügen tummelten sich Menschen in Badekleidung, überall waren bunte Sonnenschirme und Strandmuscheln zu sehen. An der Küste und auf den Inseln war es zwar etwas kühlen als im übrigen Deutschland - mit rund 30 Grad erlebten Urlauber und Einheimische aber perfektes Badewetter.

(dpa)
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