Düsseldorf: Sauerland-Prozess: Gericht lässt es krachen

Düsseldorf: Sauerland-Prozess: Gericht lässt es krachen

Im sogenannten Sauerland-Prozess hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht Sprengversuche angeordnet. Damit soll überprüft werden, ob die bei den geständigen Angeklagten gefundene enorme Menge Wasserstoffperoxid für Bombenattentate getaugt hätte.

Das gab der Vorsitzende Richter des Verfahrens, Ottmar Breidling, am Mittwoch bekannt. Eine Verteidigerin hatte die Explosionsfähigkeit der Chemikalie kritisch hinterfragt.

Breidling bestätigte, dass die mutmaßlichen Terroristen derzeit umfassende Geständnisse ablegen. Er lobte die Verteidiger für deren Mithilfe bei den Aussagen. Dies sei eine „sehr beachtliche Leistung”. Es sei sehr lobenswert, dass die Anwälte angesichts der Beweislage „im Interesse ihrer Mandanten” ihre bisherige Strategie aufgegeben hätten.

Die Angeklagten seien teilweise das gesamte Wochenende hindurch und bis tief in die Abendstunden von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) vernommen worden. Dennoch werde die Vernehmung wegen ihres Umfangs möglicherweise noch in der kommenden Woche fortgesetzt.

Die vier Angeklagten sollen eine Terrorzelle der Islamischen Dschihad Union (IJU) gebildet und in Deutschland schwere Anschläge mit Autobomben geplant haben. Drei der Islamisten waren am 4. September 2007 im sauerländischen Oberschledorn von der Spezialeinheit GSG 9 festgenommen worden, einer wurde später in der Türkei verhaftet. Bei den Islamisten waren mehr als 700 Liter Wasserstoffperoxid entdeckt worden. Damit hätten sie nach BKA- Berechnungen Bomben mit einer Sprengkraft von mehr als 400 Kilogramm TNT bauen können.

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