Aachen: RWTH: Semesterticket droht auf der Strecke zu bleiben

Aachen: RWTH: Semesterticket droht auf der Strecke zu bleiben

Das Studierendenparlament der RWTH ist beim Semesterticket mit dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) auf Konfrontationskurs gegangen.

Stand heute würde es im Sommersemester 2012 an der RWTH kein Semesterticket geben. Das Angebot des AVV für die nächsten sechs Semester wurde nach drei Verhandlungsrunden vom Parlament, dass die Interessen von 38.500 RWTH-Studierenden vertreten soll, abgelehnt.

Die geplante Preissteigerung wird von Ingo Bresgen (AStA) „Unverschämtheit” genannt. Seit sechs Semestern zahlen Studierende 61,49 Euro für Bus und Bahn im gesamten AVV-Netz - der Preis wurde unabhängig von Tarifänderungen garantiert. Hinzu kommt ein Zuschlag für Fahrten nach Köln und Düsseldorf und das NRW-Ticket der Deutschen Bahn.

Insgesamt zahlt ein Student im laufenden Semester 130,30 Euro. Der AVV will seinen Teil nun um 10,05 Euro auf 71,54 Euro pro Semester anheben, ist aber erneut bereit, diesen für sechs Semester zu garantieren.

Pro Monat müssten die Studierenden fortan 1,68 Euro mehr zahlen. Zum Vergleich: Das „normale” Monatsticket wird 5 Euro teurer. AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich entsetzen die Vorwürfe, der AVV wolle sich auf Kosten der Studenten sanieren.

„Unsere Kosten für Energie oder den Ausbau von Linien haben massiv zugenommen. Wir sind am Limit. Die Studierenden tragen als intensivste Nutzer den geringsten Kostenanteil”, erklärt er. Kommt es zu keiner Einigung, würde der AVV bei 35.800 Studierenden Einnahmen von 2,56 Millionen Euro verlieren. „Das kann er sich nicht leisten”, sagt AStA-Vorsitzender Bela Brenger. „Kein Student will aufs Semesterticket verzichten”, meint Sistenich. Eine Urabstimmung könnte letztlich entscheiden.

Das Studierendenparlament der FH Aachen hat das AVV-Angebot in erster Lesung angenommen. Mit Bedauern wurde die Entscheidung der RWTH aufgenommen.