Aachen: RWTH bleibt Elite-Uni: „Wir sind wieder exzellent, lasst uns feiern”

Aachen: RWTH bleibt Elite-Uni: „Wir sind wieder exzellent, lasst uns feiern”

Vier Worte reichten für einen Jubel und ein Juhu, wie man sie an der RWTH so noch nie gehört hatte: „Wir sind wieder exzellent!”, rief Rektor Ernst Schmachtenberg in das von Professoren, Studierenden und Freunden proppenvolle Gästehaus der Hochschule hinein.

Der Applaus wollte kaum enden. Vielleicht weil man da doch ahnte, wie einer der nächsten Sätze lauten würde: „Diesen Wettbewerb kann man nicht ohne Gegentreffer gewinnen.”

Tatsächlich hat die RWTH keinen von den zusätzlichen Anträgen auf zwei Graduiertenschulen und ein neues Exzellenzcluster durchbekommen, und es ist ihr sogar ein Exzellenzcluster, nämlich das für ultraschnelle Kommunikation, nicht weiter genehmigt worden. „Das kann ich nicht verstehen”, sagte der ansonsten ausgesprochen gut gelaunte und aufgekratzte Prorektor Günther Schuh.

Erklären konnte das zunächst noch niemand, und die betroffenen Professoren und Mitarbeiter des Projekts mochte man damit in Ruhe lassen. Recht gefasst gab Schmachtenberg später zu Protokoll, dass „wir sehr ambitioniert beantragt haben. Wir müssen jetzt analysieren, ob man einfach aussortieren musste, oder inwieweit wir selber nicht optimal waren”. Und dann ein erstaunlich realistischer Satz: „Es war gar nicht vorstellbar, dass wir alle Cluster durchkriegen, das war nicht drin.”

Die RWTH kann also damit gut leben, soll das heißen. Je länger der Nachmittag dauerte, desto öfter hörte man von jedem, den man fragte, den Satz vom „harten Wettbewerb”, der diesmal noch weit härter gewesen sei als vor fünf Jahren. Immerhin ist ein so exzellenter Wettbewerber wie das Karlsruher Institut für Technologie regelrecht vom Thron gekippt.

Und umso mehr drang die Freude durch, wie „hervorragend die Projekte bewertet wurden, die jetzt durch sind”. Das sind in der Tat die, die die absoluten Kernkompetenzen der RWTH spiegeln: Die Exzellenzcluster Produktionstechnik in Hochlohnländern und Kraftstoffe aus Biomasse, sowie die Graduiertenschule für Computer-Simulation. „Lasst uns feiern”, rief Schmachtenberg ein ums andere Mal.

Darauf hatte man lange warten müssen. Für 15 Uhr war die Verkündung des Ergebnisses aus Bonn angekündigt worden, nachdem schon fast zwei Stunden lang Gerüchte durch den Raum schwirrten („Aachen ist durch, Köln wackelt noch”) und gefühlt 200 Smartphones nach News durchwühlt wurden. Kurz vor halb vier schritt dann ein Quartett aus Rektor, Achim Bachem (Chef des Forschungszentrums Jülich), Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel und dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp mit strahlenden Gesichtern an die Mikrophone.

Da hatte Schmachtenberg schon mit der Wissenschaftsministerin telefoniert, die aus dem alles entscheidenden Bewilligungsausschuss berichtet habe, dass „Aachen besonders gelobt wurde für die Kooperation, für die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum. Das sei ein ganz tolles Konzept”.

Vielleicht, so der Rektor noch, „werden wir damit Frontroller sein”. Angesichts der Entthronung von Karlsruhe macht ein solcher Satz erst recht klar, wie wichtig für die RWTH der Erhalt des Exzellenzstatusses überhaupt ist.

Noch mal Applaus.

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