RWTH Aachen auf dem Weg zur Exzellenz

Exzellente Hochschule : Die RWTH liegt hervorragend im Rennen

Die RWTH Aachen hat eine weitere Stufe auf dem Weg hin zur Bestätigung als Exzellenzhochschule erfolgreich erklommen. Drei sogenannte Forschungscluster von Wissenschaftlern der RWTH werden in die Förderung von Bund und Ländern übernommen.

Das gab eine international besetzte Expertenkommission am Donnerstag in Bonn bekannt. Damit kann sich die RWTH wieder als Exzellenzuniversität bewerben – ein Status, den sie seit 2007 besitzt.

Die Entscheidung darüber fällt am 19. Juli 2019. Die erfolgreichen Cluster befassen sich mit dem Internet der Produktion, unter der Überschrift „Fuel Science Center“ mit adaptiven Systemen zur Umwandlung von erneuerbarer Energie und Kohlenstoffquellen und – gemeinsam mit den Universitäten Köln und Bonn – mit Materie und Licht für Quanteninformation. An zwei Clustern ist auch das Forschungszentrum Jülich beteiligt.

„Das ist ein richtig guter Tag für uns. In den vergangenen beiden Jahren wurde unglaublich viel Arbeit in alle unsere Clusteranträge gesteckt, und wir freuen uns, dass diese Arbeit honoriert wurdeDieses Ergebnis bringt die Hochschule noch weiter nach vorne“, erklärte der Rektor der RWTH, Prof. Ulrich Rüdiger.

„Wir fühlen uns bestätigt, Themenfelder definiert zu haben, die auch von den Gutachtern als maßgebliche Zukunftsthemen unserer Gesellschaft eingestuft wurden“, ergänzte der Prorektor für Forschung und Struktur, Prof. Matthias Wessling.

Rüdiger dankte allen, die zu dieser enormen Gemeinschaftsleistung beigetragen hätten. „Das war außergewöhnliche Teamarbeit.“ Ausdrücklich schloss er seinen Vorgänger, Pro. Ernst Schmachtenberg, und den ehemaligen Prorektor für Forschung und Struktur, Prof. Rudolf Mathar, in den Dank ein. Rüdiger betonte, die Hochschule werde auch die Themen der beiden Cluster, die nicht gefördert werden, weiter verfolgen. Sie beschäftigen sich mit neuroinspirierten Computern und der Zukunft des wissenschaftlichen Rechnens..

„Das ist ein richtig guter Tag für die RWTH Aachen“: Rektor Prof. Ulrich Rüdiger. Foto: Michael Jaspers ZVA/Michael Jaspers

Die Sprecher des bewilligten Clusters Fuel Science Center, Prof. Stefan Pischinger, Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen, und Prof. Walter Leitner, Lehrstuhl für Technische Chemie und Petrolchemie der RWTH und Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, zeigten sich glücklich, die erfolgreiche Arbeit aus dem Cluster „Tailor-Made Fuels from Biomass“ der vergangenen Jahre gemeinsam mit ihrem Team im Fuel Science Center fortsetzen zu können. „Die Bewilligung stellt einen Meilenstein für die Erforschung nachhaltiger Energiesysteme dar“, erklärten sie.

Ebenso freute sich der Sprecher des Exzellenzclusters Internet of Production, Prof. Christian Brecher (Werkzeugmaschinenlabor WZL, Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen), die erfolgreiche Arbeit des Clusters „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ fortsetzen zu dürfen. „Wir sind überglücklich, dankbar und stolz über die Entscheidung. Wir dürfen die Zukunft der Digitalisierung in der Produktionstechnik in Aachen vordenken“, sagt Brecher.

Und Prof. Hendrik Bluhm vom Lehrstuhl für Quantentechnologie der RWTH sowie dem JARA-Institut Quantum Information, freut sich auf die hochschulübergreifende interdisziplinäre Zusammenarbeit des Clusters „ML4Q“ unter Leitung der Universität zu Köln und unter Beteiligung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich: „Die Forschung zur Entwicklung von Quantencomputern hat sich in den letzten Jahren zu einem der Schwerpunkte in Bereich der Festkörperphysik in unserer Region herauskristallisiert“, sagte er.

Gratulationen kamen auch von IHK Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer:und von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Für uns hat die RWTH eine immense Bedeutung, als Ort des Lernens, als Ort der Spitzenforschung und Innovation und als großer Arbeitgeber. Mit der RWTH entwickeln wir unsere Stadt fort, sie ist für uns ein ausgesprochen wichtiger Partner“, sagte Philipp.

57 Cluster von 34 Universitäten

Insgesamt wurden bundesweit 57 Cluster von 34 Universitäten bzw. Verbünden ausgewählt. Sie werden ab 1. Januar 2019 sieben Jahre lang mit insgesamt rund 385 Millionen Euro jährlich unterstützt, teilte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit.

Aus NRW sind sieben Hochschulen mit 14 Clustern dabei. Neben der RWTH sind das die Ruhr-Universität Bochum, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Universität zu Köln und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster sowie in Verbund-Projekten mit anderen Hochschulen die Technische Universität Dortmund und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Pro Cluster sind zwischen drei und zehn Millionen Euro veranschlagt. 75 Prozent trägt der Bund, den Rest das jeweilige Bundesland. An insgesamt vier der 57 Cluster ist übrigens das Forschungszentrum Jülich als Partner beteiligt.

Zu den Gewinnern zählt die Uni Bonn, die vier Cluster alleine bestreitet und an zwei weiteren beteiligt ist. Die RWTH zählt zu den zwölf deutschen Universitäten, die mehr als zwei Cluster bewilligt bekommen haben und neben der TU Dresden und der TU München zu den erfolgreichsten technischen Hochschulen im Land.

In dem Wettbewerb um die neuen Exzellenzcluster waren nach einer Ausschreibung im September 2016 im April 2017 zunächst 195 Antragsskizzen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht worden. DFG-Präsident Peter Strohschneider sagte, der Abstand der Projekte sei hauchdünn gewesen.

Die Exzellenzcluster ist eine Fördersäule der so genannten Exzellenzinitiative. Für die vorgesehenen elf Exzellenzuniversitäten ist eine weitere Förderung von jährlich insgesamt rund 148 Millionen Euro festgeschrieben. 19 Hochschulen können sich nun dafür bewerben.

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