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Proteste von Anwohnern: RWE fällt Bäume am Tagebau Garzweiler

Proteste von Anwohnern : RWE fällt Bäume am Tagebau Garzweiler

Der Energiekonzern RWE hat am Donnerstag in der Nähe der Ortschaft Keyenberg Rodungsarbeiten am Braunkohletagebau Garzweiler abgeschlossen. Es habe sich um Restarbeiten in einem etwa 900 Meter langen Bereich auf dem Betriebsgelände entlang der ehemaligen Trasse der Landesstraße 277 gehandelt, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Die Fällarbeiten seien jetzt erforderlich gewesen, da der Tagebau Garzweiler diesen Bereich bereits im ersten Halbjahr 2021 erreiche. Die Abbaukante des Tagebaus sei in dem betroffenen Bereich stellenweise schon heute weniger als 100 Meter von der früheren L 277 entfernt.

Bei Anwohnern in der Region lösten die Fällarbeiten Proteste aus. Sie sehen einen Zusammenhang zwischen der Rodung und einem Gutachten zum Braunkohleausstieg, das am Mittwoch bekannt geworden war. „RWE fühlt sich offenbar durch die neue Sachlage in die Ecke gedrängt und schlägt nun verzweifelt um sich“, sagte David Dresen vom Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“.

Aus Sicht von Umweltverbänden belegt das Gutachten, dass das weitere Abbaggern von Dörfern am Tagebau Garzweiler hätte verhindert werden können. Der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, hatte dem Bundeswirtschaftsministerium vorgeworfen, das Gutachten bewusst zurückgehalten zu haben.

Das Ministerium wies die Vorwürfe zurück. Das Gutachten sei selbstverständlich beim Kohlekompromiss berücksichtigt worden, es sei aber nicht allein maßgeblich gewesen. Aufgrund des methodischen Ansatzes sei es „nur eingeschränkt verwertbar“ gewesen. Der Erhalt der Dörfer im Rheinische Revier sei eine Annahme der Gutachter gewesen, „keinesfalls jedoch eine Aussage oder ein Ergebnis des Gutachtens“.

(dpa)